Aus welchen Bezeichnungen setzt sich der Name eines ETFs zusammen?

    Aus welchen Bezeichnungen setzt sich der Name eines ETFs zusammen?

    Ein typischer ETF kann ja schon mal so aussehen: ComStage MSCI World TRN UCITS ETF oder auch so: Vanguard FTSE Developed Asia Pacific ex Japan UCITS ETF. Ich weiß nicht wie es dir geht, aber ich habe zu Beginn überhaupt nicht durchgesehen und ich konnte mit den Abkürzungen so gut wie nichts anfangen. Damit es dir nicht genauso geht, möchte ich hier für dich kurz zusammenfassen, woraus sich ein ETF zusammensetzt und wofür welches Kürzel steht.

    Titelbild: Unsplash / Nicole Honeywill / 2019

    Beispiel für Bezeichnungen von ETFs

    Dafür schauen wir uns nun mal das Beispiel von eben an:

    ComStage MSCI World TRN UCITS ETF

    ComStage steht hier für den Anbieter des ETFs. Das sind meist Tochtergesellschaften großer Banken. Neben Comstage wirst du auch Namen lesen wie: Vanguard, iShares, Xtrackers, Amundi oder Lyxur.

    Der nachfolgende Teil, in unserem Beispiel MSCI World, beschreibt den Index auf den sich der ETF bezieht. Indizes gibt es mittlerweile in einer sehr großen Zahl. Bei justETF kannst du aus 144 verschiedenen Indizes wählen. Du konzentrierst dich dabei aber eigentlich nur auf die, die für dein Weltportfolio relevant sind. Was genau in dem jeweiligen Index integriert ist, kannst du ganz einfach googeln und beim jeweiligen Anbieter nachlesen. In diesem Beispiel: MSCI AC Asia-Pacific ex Japan bezieht sich der Index auf Asien und den pazifischen Raum, schließt Japan dabei aber aus. Diese ausschließende Komponente kann für dich später nochmal relevant werden, wenn du bei der Zusammenstellung deines Weltportfolios einzelne Bestandteile anders gewichten möchtest.

    Das TRN steht für Total Return. Dies sagt aus, ob die Wertentwicklung deines ETFs vor oder nach Steuern berechnet wird. Das sollte dich bei der Wahl deines ETFs allerdings nicht beeinflussen, denn es hat keine direkten Auswirkungen auf deine Dividenden.

    UCITS bedeutet Undertakings for Collective Investments in Transferable Securities und ist ein regulatorischer Hinweis. Es gibt von der EU festgelegte Richtlinien, an die sich eine Fondsgesellschaft halten muss. Diese dienen vor allem deinen Schutz als Privatanleger.

    ETF bezeichnet hier die genaue Form der Anlage, um sich auch von anderen Produkten wie ETCs oder ETNs abzugrenzen.

    Weitere mögliche Bezeichnungen für ETFs

    Im Laufe deiner Recherche werden dir wahrscheinlich noch weitere Abkürzungen unterkommen. Die Relevantesten möchte ich dir hier noch mit auf den Weg geben.

    D, Dis oder Dist steht für distributing und bezieht sich auf die Ertragsverwendung. In diesem Falle ausschüttend.

    Im Gegensatz dazu meint C oder Acc accumulating und steht für thesaurierend.

    Hedged bedeutet, dass der ETF währungsgesichert ist. Unterscheidet sich also die Währung deines ETF von deiner Heimatwährung, also zum Beispiel USD vs. EUR, beeinflussen Schwankungen zwischen diesen beiden Währungen deine Fondsanteile nicht.

    Auch für die Replikationsmethode gibt es Abkürzungen, so steht DR für direct replication und meint damit die physische Nachbildung des Indixes, auf den sich der ETF bezieht.

    Bezeichnungen bei Anleihen ETFs

    Für deinen “risikolosen” Anteil deines Portfolios wirst du eventuell auch in Anleihen ETFs investieren. Dabei ist auch die Laufzeit ein besonderes Auswahlkriterium für dich.

    Bei diesem Beispiel: Deka Deutsche Boerse EUROGOV Germany 1-3 UCITS ETF bezieht sich das 1-3 auf die Restlaufzeit der Staatsanleihen, die hier zwischen 1-3 Jahren liegt.

    Was sind Sunk-Costs?

    Was sind Sunk-Costs?

    Ich möchte diesen Beitrag gleich mal mit einem Beispiel beginnen. Ziemlich viele von uns haben eines, haben es abgeschafft oder planen eines zu kaufen – ein Auto. Ich gehöre ja selbst auch zur Fraktion Autofahrer. Derzeit befinde ich mich leider in der Situation, dass mein Auto, nachdem ich zahlreiche Reparaturen für den TÜV habe machen lassen, dennoch ständig kaputt geht. 

    Ich habe also vor nicht allzu langer Zeit erst einen sehr großen Batzen Geld in mein Auto investiert und möchte es nun ungern abschreiben. Nichtsdestotrotz verursacht mein Auto gerade monatlich nicht unerhebliche Kosten, da einfach ständig etwas kaputt geht. Es ist halt ein in die Jahre gekommener Stadtflitzer. So erliege ich selbst der Illusion der „Sunk Costs“. Ich habe in der Vergangenheit recht viel Geld investiert und möchte das Auto nicht abgeben, obwohl der Zeitpunkt wohl längst gekommen wäre. Ich bin bei meiner Entscheidung von in der Vergangenheit liegenden “Verlusten” emotional beeinflusst, anstatt rational an diesem Punkt eine neue Option in Betracht zu ziehen.

    Schlagen wir nun die Brücke zum Anlegen – zwei Herzen in meiner Brust

    Stellen wir uns vor meine Nachbarin Kristin hat in Aktien angelegt und seit einiger Zeit entwickeln sich die Kurse überhaupt nicht gut. Mittlerweile stehen die Kurse sogar 50% schlechter, als zu dem Zeitpunkt, als sie eingestiegen ist. Sie erzählt mir, dass sie überlegt durch einen Verkauf, die Verluste tatsächlich zu realisieren. Das ist sehr bitter. Ich rate ihr davon ab, da ihre Strategie ja langfristig angelegt ist. Im selben Atemzug meint sie dann aber auch zu mir, dass sie genau jetzt in den Markt einsteigen würde, wenn sie nicht bereits investiert hätte. Klingt jetzt erstmal widersprüchlich. Aber das ist genau das Gefühl, das sich hin und wieder mal einschleichen kann, wenn die Kurse gerade über einen langen Zeitraum nach unten gehen. Diese Verluste aus der Vergangenheit werden im Wirtschaftsjargon “sunk costs” genannt. Das kann auf der emotionalen Ebene erstmal ziemlich ärgerlich sein, sollte aber rational gesehen deine zukunftsgerichteten Entscheidungen nicht beeinflussen. Kristin sollte anstatt ihre Anteile zu verkaufen und damit ihre Verluste zu realisieren, eher umgekehrt handeln und weitere Anteile hinzukaufen, da die Kurse gerade besonders günstig sind. Also nochmal zusammengefasst, deine vergangenen Verluste, sollten deine zukünftigen Entscheidungen rational gesehen, nicht beeinflussen. Weine nicht über verschüttete Milch 😉

     

     

     

    Titelbild: Unsplash / Toa Heftiba / 2019

    Was bedeutet Buy-and-Hold?

    Was bedeutet Buy-and-Hold?

    Was passives und aktives Investieren ist, weißt du ja bereits. Dort ist der Begriff Buy-and-Hold schon mal gefallen. In diesem Beitrag möchte ich dir noch mal genau erklären worum es sich dabei handelt und warum das genau die richtige Strategie für dich sein kann.

    Folgende Merkmale treffen auf Buy-and-Hold zu:

    • BaH ist eine Anlagestrategie, bei dem Aktien oder andere Geldanlagen gekauft und über einen sehr langen Zeitraum gehalten werden > passend zum passiven Investieren in ETFs
    • die entstehenden Kosten für häufigen Kauf und Verkauf und damit verbundenes Risiko werden dabei vermieden
    • die Gefahr bei einem zu hohen Kurs einzusteigen und bei Panik bei niedrigem Kurs auszusteigen wird minimiert
    • dazu zählen nicht nur Aktien, sondern auch das besitzen eines Hauses ist im Grunde genommen Buy-and-Hold
    • Rendite wird somit auch mit weniger Aufwand, Stress, Risiko und geringeren Kosten erzielt
    • Warren Buffett ist ein großer Verfechter der BaH und hält heute noch seine CocaCola Aktien, die er bereits vor Jahrzehnten erworben hat
    • so kann die Buy-and-Hold Strategie natürlich nicht nur auf ETFs, sondern auch auf Einzelaktien angewandt werden

    Vor allem auch auf den Hinblick der Effizienzmarkttheorie bietet dir die Buy-and-Hold Strategie sehr viele Vorteile. Da du nicht ständig kaufst und verkaufst, bleibt dir hier einiges an extra Aufwand erspart und du kannst zusätzliche Kosten durch geringeres Traden sparen.

    Titelbild: Unsplash / Niklas Rhose / 2019

    Was ist passives und was ist aktives Investieren?

    Was ist passives und was ist aktives Investieren?

    Eins nehme ich direkt mal vorweg, wenn du dich für ETFs entscheidest, investierst du passiv. So weit so klar, aber was heißt das jetzt genau? In diesem Beitrag möchte ich kurz die Unterschiede zwischen passivem und aktivem Investieren erklären. So weißt du welche Merkmale zu deiner jeweiligen Strategie passen.

    Unsplash / Michael Shannon / 2019

    Das aktive Investieren

    Der aktive Anleger kennzeichnet sich durch mehrere Eigenschaften:

    • der aktive Anleger, versucht mit zweierlei Methoden: Stockpicking oder Markettiming den Index zu schlagen und eine höhere Rendite als der Markt zu erwirtschaften
    • Stockpicking die Auswahl einzelner Aktien, bei denen angenommen wird, dass diese entweder vom Markt über- oder unterbewertet wurden und dann, wenn der Markt diesen Irrtum feststellt, wird versucht diese Aktien mit Gewinn zu verkaufen
    • Markettiming geht es im Prinzip darum genau den richtigen Kaufs- bzw. Verkaufsmoment zu finden oder vorher zu berechnen
    • der Anlagezeitraum ist dabei meist sehr kurz
    • häufige Käufe und Verkäufe verursachen hohe Kosten
    • dabei können schneller höhere Renditen erzielt werden, jedoch ist auch das Risiko höher > wir erinnern uns an das magische Dreieck

    Diese Methode des Anlegens verlangt Erfahrung sowie einen hohen Aufwand bei der Recherche und Analyse.  

    Was ist die Effizienzmarkttheorie?

    Die Effizienzmarkttheorie wurde bereits 1970 vom US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Eugene Fama entwickelt. Diese Theorie nimmt an, dass es nicht möglich ist, wie beim aktiven Anlegen versucht wird, den Markt zu schlagen. Der aktive Anleger spekuliert darauf, dass eine Aktie vom Markt unterbewertet wird und er somit eine Überrendite erzielen kann. Wie bei den beiden Methoden Stockpicking und Markettiming gerade beschrieben. Laut der Effizienzmarkttheorie werden jedoch alle Informationen, die dem Markt zur Verfügung stehen, direkt in den Kurs der Aktie eingepreist. In der Praxis muss das nicht immer so sein, allerdings belegen Studien über längere Zeiträume hinweg, dass es nur sehr wenigen aktiv gemanagten Fonds gelingt, eine Überrendite zu erzielen. Falls dieses Ereignis nun mal eintrifft, sehen Befürworter der Theorie, das eher als glücklichen Zufall. Da sich aber vor allem beim Wertpapierhandel niemand gern nur auf sein Glück verlässt, entstanden, die uns bekannten ETFs. So wird beim passiven Anlegen nun nicht mehr versucht den Markt zu schlagen, sondern direkt in ihn investiert.

    Das passive Investieren

    Passiv klingt ja erstmal nach zurücklehnen und nichts zu tun. Ganz so einfach wird es uns dann doch nicht gemacht, jedoch ist der Aufwand weitaus geringer als beim aktiven Investieren.  

    • der passive Anleger macht keine Vorhersagen und spekuliert nicht
    • die Strategie ist Buy-and-Hold, wie der Name schon sagt kauft man einmal und hält diese Anteile dann auch über einen sehr langen Zeitraum

    Unsplash / Nathan Dumlao / 2019

    • das schöne ist, dass man Schwankungen einfach aussitzen kann ohne beim nächsten Kursfall kurz vor dem Herzinfarkt zu stehen und alles panisch zu verkaufen
    • es werden hohe Transaktionskosten vermieden, da weniger Käufe und Verkäufe stattfinden
    • durch eine weit gestreute Diversifikation wird das Risiko optimiert  
    • diese Strategie ist eher auf einen langen Zeitraum ausgerichtet
    • beim passiven Anlegen können die Renditen geringer ausfallen, jedoch ist das Risiko hier auch niedriger

    Wenn du eher der Effizienzmarkttheorie zustimmst und dein Geld risikooptimiert über einen längeren Zeitraum anlegen willst, ist das passive Investieren genau das Richtige für dich und deine Wahl fällt auf ETFs. Kannst du viel Zeit in Analysen und Recherche stecken und dazu überaus risikofreudig, was deine Geldanlage betrifft, kannst du dich als aktiver Anleger versuchen.   

    Titelbild: Unsplash / Rick Tap / 2019

    Was ist Diversifikation?

    Was ist Diversifikation?

    Eines sei vorweg gesagt, bei deinem Weltportfolio, das du dir aufbaust, ist Diversifikation, das was dir im Notfall den Hintern rettet. Wie das? Das möchte ich dir kurz anhand eines Beispiels erklären: Stellen wir uns mal vor du kaufst Aktien von Facebook. Kann man ja erstmal nicht viel falsch machen. Datensammler Zuckerberg wird sich sicherlich immer wieder neue Methoden einfallen lassen, um sein Unternehmen schön profitabel zu halten. So weit so gut und nun nehmen wir mal an, die Daten werden gehackt oder verkauft, es werden neue Gesetze erlassen, was auch immer. Das Ganze kommt ans Licht und die Öffentlichkeit weiß Bescheid. Jedenfalls rauscht jetzt die Facebook Aktie ganz gewaltig in den Keller. Deine ganz Kohle ist futsch, weil du alles auf ein ach so sicheres Pferd gesetzt hast. Doof gelaufen.

    Wie kann ich mit Diversifikation mein Risiko minimieren?

    Wie lässt sich das denn nun vermeiden? Das ist eigentlich ganz einfach, indem du dein Geld auf unterschiedliche Unternehmen verteilst. Diversifikation ist das Zauberwort. Und jetzt kommen wieder deine ETFs ins Spiel. Diese sind ja schon ein bunter Strauß an unterschiedlichen Unternehmen, in die du mit einem Schlag investieren kannst. Also investierst du nun in einen DAX ETF. Das ist an sich ganz nett, dort enthalten sind schließlich schon mal 30 Unternehmen. Leider ist das immer noch nicht ganz ideal. Mal ganz rein hypothetisch die deutsche Wirtschaft geht richtig krachen, dann bringt dir dein DAX ETF leider auch keine Punkte mehr. Also, um eine möglichst breite Streuung zu erzielen und somit das Risiko zu minimieren, falls dir mal ein Bereich in deinem Portfolio abschmiert, gibt es bereits fertige Weltportfolios. Ja es gibt Menschen da draußen, die haben sich für dich schon ihren Kopf zerbrochen und haben das in Biolek-Manier schon mal für dich vorbereitet. Besonders gut in Gerd Kommers “Souverin investieren” nachzulesen. Dieses Buch solltest du auf jeden Fall holen. Dort wird jeder einzelne Punkt zum Thema ETF nochmal ganz ausführlich behandelt.

    Unsplash / 2019

    Wähle ein für dich passendes Weltportfolio

    Je nach Budget, das du investieren kannst, kannst du zwischen sechs unterschiedlichen Weltportfolios wählen. Von der super Pro-Variante, bei der du dein Geld auf 10 unterschiedliche Positionen verteilen kannst, bis hin zu der Einsteiger-Variante für kleines Budget mit nur einem einzigen ETF. Dabei musst du natürlich bedenken, dass ein ETF allein, nicht genau die Diversifikation bieten kann, die es ein Portfolio bestehend aus: sechs ETFs für entwickelte Länder, ein ETF für Schwellenländer und zusätzlich Rohstoffe und Immobilien leisten kann. 

    Daran kannst du schon sehen, dass Diversifikation nicht nur bedeutet auf unterschiedliche Unternehmen zu setzen, die sich auf eine Region beschränken, sondern global verteilt sein sollten. Zusätzlich hat sich auch schon jemand überlegt, wie das Ganze gewichtet sein, also welcher prozentuale Anteil in welchen ETF fließen soll. Einfacher gehts quasi nicht 🙂 Mit den ETFs für die Industrieländer und die Schwellenländer deckst du immerhin schon mit über 2.400 Aktien aus 23 Industrieländern und 24 Schwellenländern einen verdammt großen Bereich ab. Hinzu kommt, dass du mit den ETFs für Rohstoffe und Immobilien noch in unterschiedliche Asset-Klassen investieren kannst. Asset…was? Warte kurz, erklär ich dir gleich 😉