Was ist der Bärenmarkt?

    Derzeit haben wir das Glück, dass wir uns nicht in einem solchen Markt befinden. Der Bärenmarkt steht nämlich für einen länger anhaltenden starken Abfall der Kurse um mindestens 20 Prozent. Diese 20 Prozent gelten als Faustregel. Damit ist der Bärenmarkt das Gegenteil des sogenannten Bullenmarktes. Der Bärenmarkt wird auch als Baisse (französisch für Sinken oder Rückgang) bezeichnet oder zeigt sich auch in dem uns allen bekannten Crash.

    Titelbild: Unsplash / Zdeněk Macháček / 2020

    Warum ausgerechnet ein Bär?

    Zum einen lässt sich das von der Körperhaltung des Tieres ableiten, wenn man sich beispielsweise die Statue vor der Frankfurter Börse anschaut, lässt sich deutlich eine abwärts geneigte Kopfhaltung erkennen. Zum anderen lassen sich die fallenden Kurse daraus ableiten, dass der Bär seinen Angriff häufig mit einer niederschlagenden Tatze ausführt. Zudem wird der Bär eher als pessimistisches Tier gesehen, dass in Gefahrensituationen eher die Flucht ergreift. Ganz im Gegensatz zu seinem angriffslustigen, manchmal zum Übermut neigenden Kollegen dem Bullen. Geschichten zufolge sollen diese beiden Tiere bereits im 17. Jahrhundert als Symbole für die Börsenbewegungen verwendet worden sein. Fakt ist, dass sich die Begriffe Bullen- und Bärenmarkt bis heute gehalten haben.

    Wie entsteht ein Bärenmarkt?

    Wie auch im Bullenmarkt haben die stark fallenden Kurse im Bärenmarkt nicht nur einen einzigen Grund, sondern werden von zahlreichen, teilweise nicht vorhersehbaren Faktoren beeinflusst. Daher ist es auch sehr schwierig einen Bärenmarkt oder gar einen Crash vorherzusagen. Erst im Nachhinein lässt sich feststellen, welche Einflüsse zu den vorherrschenden Entwicklungen geführt haben. Oft geht ein Bärenmarkt mit allgemeinem Pessimismus und/ oder einer Rezession einer. Durch die ausbrechende Angst und die stetig fallenden Kurse, kann sich eine Eigendynamik entwickeln. Ähnlich einer Euphorie im Bullenmarkt, befeuern dann Panikverkäufe im Bärenmarkt einen immer weiteren Abfall der Kurse. 

    Historisch betrachtet konnte festgestellt werden, dass ein Bärenmarkt durchschnittlich etwa 1,4 Jahre andauerte. Der Bullenmarkt hingegen liegt im Schnitt bei 8,1 Jahren deutlich darüber. Der längste Bärenmarkt der letzten mehr als 100 Jahre lag bei 2,8 Jahren.

    Wie verhalte ich mich in einem Bärenmarkt?

    Derzeit haben wir so gut wie immer ein positives Gefühl, wenn wir einen Blick auf unser Depot werfen. Wir freuen uns, dass die Kurse steigen und uns Zahlen in sattem Grün entgegenleuchten. Aber, was passiert, wenn das plötzlich nicht mehr der Fall ist. Die Zahlen zeigen sich in erschreckendem Rot und das nicht nur für einen Tag oder wenige Woche, sondern über Monate oder gar Jahre hinweg? Begleitet wird das ganze von einer apokalyptischen Weltuntergangsstimmung, wie sie nur die Medien prophezeien können und die Angst macht sich breit. Neben höhnischen Bemerkungen, wie: “Habe ich dir ja gleich gesagt, dass das mit deinem Börsenquatsch nix wird.” oder Verunsicherungen, wie: “Ich werde jetzt doch alles verkaufen. De Kurse werden ins Bodenlose fallen.” gilt es für dich die Ruhe zu bewahren. Vor allem solltest du jetzt nicht in Panik verfallen und an allem zweifeln, was du zuvor gelernt hast. Schon gar nicht solltest du zu einem solchen Zeitpunkt verkaufen und deine Verluste schwarz auf weiß realisieren. Ganz im Gegenteil. Für dich ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, weiter günstig nachzukaufen. Denn seit Anbeginn der Börse folgte auf jeden Bärenmarkt auch wieder ein Bullenmarkt. Deine Strategie sollte weiterhin Buy-and-Hold lauten.