Was bedeutet Buy-and-Hold?

    Was bedeutet Buy-and-Hold?

    Was passives und aktives Investieren ist, weißt du ja bereits. Dort ist der Begriff Buy-and-Hold schon mal gefallen. In diesem Beitrag möchte ich dir noch mal genau erklären worum es sich dabei handelt und warum das genau die richtige Strategie für dich sein kann.

    Folgende Merkmale treffen auf Buy-and-Hold zu:

    • BaH ist eine Anlagestrategie, bei dem Aktien oder andere Geldanlagen gekauft und über einen sehr langen Zeitraum gehalten werden > passend zum passiven Investieren in ETFs
    • die entstehenden Kosten für häufigen Kauf und Verkauf und damit verbundenes Risiko werden dabei vermieden
    • die Gefahr bei einem zu hohen Kurs einzusteigen und bei Panik bei niedrigem Kurs auszusteigen wird minimiert
    • dazu zählen nicht nur Aktien, sondern auch das besitzen eines Hauses ist im Grunde genommen Buy-and-Hold
    • Rendite wird somit auch mit weniger Aufwand, Stress, Risiko und geringeren Kosten erzielt
    • Warren Buffett ist ein großer Verfechter der BaH und hält heute noch seine CocaCola Aktien, die er bereits vor Jahrzehnten erworben hat
    • so kann die Buy-and-Hold Strategie natürlich nicht nur auf ETFs, sondern auch auf Einzelaktien angewandt werden

    Vor allem auch auf den Hinblick der Effizienzmarkttheorie bietet dir die Buy-and-Hold Strategie sehr viele Vorteile. Da du nicht ständig kaufst und verkaufst, bleibt dir hier einiges an extra Aufwand erspart und du kannst zusätzliche Kosten durch geringeres Traden sparen.

    Titelbild: Unsplash / Niklas Rhose / 2019

    Was ist passives und was ist aktives Investieren?

    Was ist passives und was ist aktives Investieren?

    Eins nehme ich direkt mal vorweg, wenn du dich für ETFs entscheidest, investierst du passiv. So weit so klar, aber was heißt das jetzt genau? In diesem Beitrag möchte ich kurz die Unterschiede zwischen passivem und aktivem Investieren erklären. So weißt du welche Merkmale zu deiner jeweiligen Strategie passen.

    Unsplash / Michael Shannon / 2019

    Das aktive Investieren

    Der aktive Anleger kennzeichnet sich durch mehrere Eigenschaften:

    • der aktive Anleger, versucht mit zweierlei Methoden: Stockpicking oder Markettiming den Index zu schlagen und eine höhere Rendite als der Markt zu erwirtschaften
    • Stockpicking die Auswahl einzelner Aktien, bei denen angenommen wird, dass diese entweder vom Markt über- oder unterbewertet wurden und dann, wenn der Markt diesen Irrtum feststellt, wird versucht diese Aktien mit Gewinn zu verkaufen
    • Markettiming geht es im Prinzip darum genau den richtigen Kaufs- bzw. Verkaufsmoment zu finden oder vorher zu berechnen
    • der Anlagezeitraum ist dabei meist sehr kurz
    • häufige Käufe und Verkäufe verursachen hohe Kosten
    • dabei können schneller höhere Renditen erzielt werden, jedoch ist auch das Risiko höher > wir erinnern uns an das magische Dreieck

    Diese Methode des Anlegens verlangt Erfahrung sowie einen hohen Aufwand bei der Recherche und Analyse.  

    Was ist die Effizienzmarkttheorie?

    Die Effizienzmarkttheorie wurde bereits 1970 vom US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Eugene Fama entwickelt. Diese Theorie nimmt an, dass es nicht möglich ist, wie beim aktiven Anlegen versucht wird, den Markt zu schlagen. Der aktive Anleger spekuliert darauf, dass eine Aktie vom Markt unterbewertet wird und er somit eine Überrendite erzielen kann. Wie bei den beiden Methoden Stockpicking und Markettiming gerade beschrieben. Laut der Effizienzmarkttheorie werden jedoch alle Informationen, die dem Markt zur Verfügung stehen, direkt in den Kurs der Aktie eingepreist. In der Praxis muss das nicht immer so sein, allerdings belegen Studien über längere Zeiträume hinweg, dass es nur sehr wenigen aktiv gemanagten Fonds gelingt, eine Überrendite zu erzielen. Falls dieses Ereignis nun mal eintrifft, sehen Befürworter der Theorie, das eher als glücklichen Zufall. Da sich aber vor allem beim Wertpapierhandel niemand gern nur auf sein Glück verlässt, entstanden, die uns bekannten ETFs. So wird beim passiven Anlegen nun nicht mehr versucht den Markt zu schlagen, sondern direkt in ihn investiert.

    Das passive Investieren

    Passiv klingt ja erstmal nach zurücklehnen und nichts zu tun. Ganz so einfach wird es uns dann doch nicht gemacht, jedoch ist der Aufwand weitaus geringer als beim aktiven Investieren.  

    • der passive Anleger macht keine Vorhersagen und spekuliert nicht
    • die Strategie ist Buy-and-Hold, wie der Name schon sagt kauft man einmal und hält diese Anteile dann auch über einen sehr langen Zeitraum

    Unsplash / Nathan Dumlao / 2019

    • das schöne ist, dass man Schwankungen einfach aussitzen kann ohne beim nächsten Kursfall kurz vor dem Herzinfarkt zu stehen und alles panisch zu verkaufen
    • es werden hohe Transaktionskosten vermieden, da weniger Käufe und Verkäufe stattfinden
    • durch eine weit gestreute Diversifikation wird das Risiko optimiert  
    • diese Strategie ist eher auf einen langen Zeitraum ausgerichtet
    • beim passiven Anlegen können die Renditen geringer ausfallen, jedoch ist das Risiko hier auch niedriger

    Wenn du eher der Effizienzmarkttheorie zustimmst und dein Geld risikooptimiert über einen längeren Zeitraum anlegen willst, ist das passive Investieren genau das Richtige für dich und deine Wahl fällt auf ETFs. Kannst du viel Zeit in Analysen und Recherche stecken und dazu überaus risikofreudig, was deine Geldanlage betrifft, kannst du dich als aktiver Anleger versuchen.   

    Titelbild: Unsplash / Rick Tap / 2019

    Meine erste Erfahrung mit ETFs

    Meine erste Erfahrung mit ETFs

    Einige, wenige Tage nachdem ich mein letztes Geld in ETFs investiert habe, fahren wir ein paar Tage in den Urlaub. Nur ein paar Tage Ostsee, kurz zum Entspannen. Ich mag die Ostsee…so zum Entspannen. Nur leider wird dieser Kurztrip für mich und meinen Mann so gar nicht entspannt. Vielleicht bin ich da ein bisschen unkonventionell, aber kurz nachdem ich mein letztes Geld in meine ersten Fonds investiert hatte, war ich erstmal so gar nicht entspannt. Ja, ich weiß das ist eine Langzeitanlage. Beruhig dich, calm down. Fuck you! Die Börse öffnet um 8 Uhr, spätestens 08:01 Uhr bin ich online, um die Kurse zu checken. Rot! Alles Rot! FUUUUCKKK!

    Die ersten Tage: voller Panik in den roten Zahlen

    Nachdem ich meinem Mann zuvor ja etwa hundert Mal erzählt habe, dass diese Form der Anlage sich über einen sehr langen Zeitraum erstrecken soll, Jahre bis Jahrzehnte, versucht er nun mich mit diesen Fakten zu beruhigen. Langzeit-Strategie am Arsch! Mindestens 10 Mal am Tag checke ich mein Depot, nur um festzustellen, dass sich das Ganze langsam in den zweistelligen Minusbereich bewegt und damit meine ich nicht den Wert in Euro, sondern so prozentual gesehen, sondern so insgesamt. Okayyyy, tief durchatmen. Auf der einen Seite sind die netten Worte meines Mannes, die im Prinzip nur das wiederholen, was ich ihm vor Wochen gebetsmühlenartig in Klugscheißermanier vorgebetet habe, wirklich lieb gemeint, nur leider machen seine zusätzlichen Kommentare zur aktuellen Börsensituation diese aufbauende Worte auch wieder direkt zunichte. Zu ungefragten Infos zum aktuellen Börsengeschehen, werden meine Kommentare langsam auch ein wenig bissig. Denn Langzeitstrategie und aktuelle Börseninfos widersprechen sich einfach. Also ein Ohr fürs Rein anderes Ohr fürs Raus.

    Lerne, dir selbst zu vertrauen

    Jetzt ist der Punkt gekommen, an dem man sich einfach mal selbst vertrauen muss, dass das was man da gemacht hat, passt. In die Zukunft kann natürlich niemand schauen und, ob das jetzt die beste Idee meines Lebens war kann mir auch niemand sagen, aber ich vertraue auf die Dinge, die ich mir zuvor angelesen habe und werde jetzt Erfahrungen sammeln. Und die erste Erfahrung ist nun mal, dass man bitte auch bei roten Zahlen die Nerven behält. Du hast keinen Verlust realisiert, solange du nicht zu einem schlechteren Kurs verkaufst, als du gekauft hast. So weit so gut, ich hab noch nichts verloren. Nichtsdestotrotz werden die nächsten Tage und Nächte für mich und damit auch für meinen Mann kein Spaziergang, eher eine Berg- und Talfahrt.

    Unsplash / Hello I’m Nik / 2019

    Wie ich meine ersten ETFs kaufte

    Wie ich meine ersten ETFs kaufte

    Ich habe meine ETFs zunächst bei der consorsbank angelegt, weil ich dort schon ein Tagesgeldkonto und auch ein Depot hatte. Das Depot hatte ich vor gefühlten hundert Jahren schon mal angelegt, weil mich das Thema Aktien damals schon mal beiläufig interessiert hatte. Es war eine kurze Liebe, die mit einem Musterdepot, das innerhalb der vier Jahre, in denen ich es mit dem Poppes nicht angeschaut habe, um 50% gewachsen ist. Aber was nützt mir eine Musterdepot mit Einzelaktien? Richtig: GOAAA NIXXX!

    Unsplash / Hello I’m Nik / 2019

    Bei meinem ersten Kauf war ich sehr verunsichert

    Also nachdem ich mich nach eingehender Recherche und der entsprechenden Lektüre, meine Risiko-Bereitschaft festgelegt, einen Portfolio-Ansatz und die entsprechenden ETFs ausgewählt hatte, musste ich eigentlich nur noch auf den Kaufen-Button klicken. Geil…dieses eigentlich….nur noch…..Mir bricht der Schweiß aus, meine Hände zittern, ja ich mach mir fast in die Hosen. Ruhe bewahren. “Schaaaatzzzz komm mal!” Natürlich habe ich das Thema in stundenlangen abendlichen Gesprächen mit meinem Mann bis ins kleinste Detail durchexerziert. Im Grunde genommen nur, um für mich noch mal zu revidieren, ob ich auch wirklich geschnallt habe, was ich da vorhabe. Mein Mann, immer bemüht dazu zu lernen, stellt zwar höfliche Fragen, aber was ich da im Einzelnen von mir gebe, ist für ihn erstmal nur so verständlich wie das Gebrabbel der Katzenlady von den Simpsons. Na ja macht ja nix, ich will ja auch erstmal nur meine letzten verbliebenen und zukünftigen Kröten investieren, um zu schauen, was ich da am Ende fabriziere.

    Probieren geht über studieren

    Sooo, Schatzi ist da und nu?! Soll er deine Hand halten? Nee Bullshit, ich mache eine letzte Ankündigung: “Hier guck mal Mann, das kaufe ich jetzt!” “Joa, mach doch”, lautet die Antwort.

    Der Mauszeiger schwebt über dem Kaufen-Button. Noch mal lasse ich mir alles durch den Kopf gehen und nochmal und nochmal…hmmm…sonst biste doch auch mehr der Bauchtyp, was dauert denn da jetzt so lange??!! Geht halt um Kohle, um den letzten Rest meiner Kohle, was ist denn, wenn? Na und wenn nicht? Na aber, wenn doch? KLICK! Gekauft! Ich bin nun stolze Besitzerin meiner ersten ETFs. Fuck, fühlt sich gar nicht mal so gut an. Wart mal ab, das is noch gar nichts!

    Das magische Dreieck der Geldanlage

    Das magische Dreieck der Geldanlage

    Beim magischen Dreieck geht es nicht etwa um ein Tor in eine andere Dimension oder den kleinen Bruder des Zauberwürfels, sondern immer noch um dein Geld. : ) Geldanlagen werden von drei wesentlichen Faktoren beeinflusst, deshalb spricht man auch hier manchmal vom “magischen Dreieck”. Zu diesen drei wesentlichen Faktoren gehören: Liquidität, Sicherheit und Rendite. Auch hier ist es wie immer im Leben: Wer das Eine will, muss das Andere mögen. Alles auf einmal geht nicht, wäre ja zu schön….! Also, wenn wir diese drei Bestandteile nun in ein Verhältnis zueinander setzen, sieht das folgendermaßen aus:

    Liquidität + Sicherheit > Rendite

    Also, wenn du möchtest, dass dir dein Geld schnell zur Verfügung steht, also eine hohe Liquidität hat und du damit kein hohes Risiko eingehen möchtest, wirst du für diese Form der Anlage wenig Rendite bekommen. Ein gutes Beispiel dafür ist ein Tagesgeldkonto. Du kommst dabei ziemlich schnell an deine Kohle. Die Wahrscheinlichkeit das Geld zu verlieren ist ziemlich gering. Für diese Kombination aus Sicherheit und Liquidität erhältst du dann bei den meisten Banken grandiose 0,01% Zinsen.

    Liquidität + Rendite > Sicherheit

    Du möchtest eine Anlage bei der du eine hohe Rentabilität hast und gleichzeitig schnell an dein Geld kommst, dann ist zum Beispiel die Einzelaktie das Richtige für dich. Allerdings solltest du hierbei bedenken, dass der Sicherheitsfaktor dabei ziemlich gering ist. Eine größere Sicherheit zum Erhalt deines Vermögens bekommst du, wenn du auf Diversifikation, also eine möglichst große Streuung achtest.

    Rendite + Sicherheit > Liquidität

    Wenn es dich nicht stört, dass die Verfügbarkeit deines Geldes in geringerer Form gegeben ist, als bei anderen Vermögensanlagen, du aber gleichzeitig gern die Rendite und Sicherheit mitnehmen möchtest, wäre beispielsweise eine Immobilie die Investition deiner Wahl. Die Umwandlung deiner Anlage in verfügbares Guthaben könnte hier einige Zeit in Anspruch nehmen.

    An diesen Beispielen kannst du sehen, wie unvermeidlich sich diese drei Kriterien bedingen.

    It’s magic! ; )