Wie kann ich für mein Kind finanziell vorsorgen?

    Wie kann ich für mein Kind finanziell vorsorgen?

    Da mein Mann und ich gerade kurz vor der Geburt unseres ersten Kindes stehen, habe ich mir natürlich auch so meine Gedanken zur finanziellen Absicherung des kleinen neuen Erdenbürgers gemacht. Ziel dabei war es für mich, dass mein Kind mit einer guten finanziellen Basis ins Erwachsenenleben starten kann. Und umso früher man damit anfängt, umso besser kann sich das Depot in den kommenden Jahren entwickeln.

    Titelbild: Unsplash / Jamie Street / 2020

    Finanzielle Vorsorge für das Kind – vor der Schwangerschaft

    Ich möchte hier direkt am Anfang nochmal betonen, dass Kinder-”Planung” bei jedem komplett anders aussieht und anders verlaufen kann. Deshalb möchte ich hier mit meiner Geschichte nur ein Beispiel geben. So haben wir es gemacht. Der Weg zur Familiengründung ist jedoch für jeden absolut individuell. Ich hoffe trotzdem, dass ihr euch das eine oder andere davon mitnehmen könnt. 

    Lasst euch auch bitte nicht davon entmutigen, wenn ihr bereits Kinder habt und noch nicht die Möglichkeit hattet oder bisher nicht genau wusstet, wie ihr für diese finanziell vorsorgen sollt. Es ist nie zu spät damit anzufangen 🙂

    Bei uns kamen zwei Umstände zusammen. Zum einen, dass ich mich bereits mit unseren Finanzen auseinandergesetzt hatte und nun wusste wie der Hase läuft und zum anderen, dass wir uns das Kind gewünscht haben und nach kurzer Anlaufphase alles sehr positiv verlief. Wie gesagt, dass ist nicht selbstverständlich und jeder hat hier seinen eigenen Weg. 🙂 

    Jedenfalls konnte ich mich so schon einige Zeit zuvor, bevor es überhaupt soweit war mit dem Thema finanzielle Absicherung für mein Kind auseinandersetzen. Daher hatte ich beschlossen zunächst ein Tagesgeldkonto anzulegen, auf das ein monatlicher Betrag für Anschaffungen fließen würde. Ich habe mich dabei für einen Betrag von 200 EUR entschieden. Mit diesem Geld richteten wir das Kinderzimmer ein, kauften die erste Bekleidung sowie von Freunden einen gebrauchten Kinderwagen, die Babyschale und vieles mehr. Was wir alles genau gekauft haben und wie viel wir dafür ausgegeben haben, werde ich in einem anderen Blogbeitrag nochmal genauer ausführen. 

    Dieses Tagesgeldkonto besteht jetzt immer noch und dort wandert auch jeden Monat als Dauerauftrag der entsprechende Betrag. Das werde ich wahrscheinlich auch so lange beibehalten bis das Kind auszieht 😀 Logischerweise werden ja regelmäßig immer wieder Anschaffungen, wie Bekleidung, Spielzeug oder später ein Fahrrad anfallen. Auch, wenn der monatliche Betrag nicht sonderlich hoch ist, sind wir damit bisher ganz gut gefahren. 

    Finanzielle Vorsorge für das Kind – nach der Schwangerschaft

    Natürlich habe ich mir auch schon Gedanken über die finanzielle Absicherung gemacht, wenn unser Kind dann endlich da ist. Im Grunde werde ich es nicht sehr viel anders machen, als bei uns. 

    Ich habe erstmal einen Betrag von 200 EUR angesetzt, den ich wie folgt verteilen werde. 

    Für den einen mögen 200 EUR sehr viel klingen, für den anderen vielleicht schon wieder zu wenig, um finanziell für das eigene Kind vorzusorgen. Auch hier sollte jeder seinen eigenen Weg finden, nach seinen eigenen finanziellen Möglichkeiten 🙂

    Baby gesamt200€
    risikobehaftet50%100€
    risikolos50%100€
    EM25%25€
    World75%75€

    Beim Baby wollte ich ein bisschen mehr auf Nummer sicher gehen und habe mich für eine 50 / 50 Aufteilung entschieden. Also 100 EUR werden risikobehaftet, die anderen 100 EUR risikolos angelegt. Bedeutet 100 EUR wandern auf ein Tagesgeldkonto und die anderen 100 EUR kommen ins Depot. 

    Für welches Weltportfolio habe ich mich entschieden?

    Aufgrund der Summe von 100 EUR habe ich mich für das Weltportfolio mit zwei ETFs entschieden. Zum einen den Emerging Markets und zum anderen den MSCI World. Die Vorlage für das Weltportfolio und zur prozentualen Verteilung stammen aus Gerd Kommers Buch “Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs”. So beläuft sich die monatliche Investition für die Emerging Markets auf 25 EUR und für den MSCI World auf 75 EUR. 

    Für welchen Online-Broker habe ich mich entschieden?

    Zunächst mal sollte mein Broker folgende Eigenschaften erfüllen, damit habe ich meine Auswahl auch direkt eingeschränkt:

    • das Depot sollte direkt von Geburt an über mein Kind laufen können, das hat den folgenden Grund, dass ich gern den Steuerfreibetrag meines Kindes in vollem Umfang dafür nutzen möchte – dabei habe ich auch keine Schmerzen damit, dass mein Kind mit 18 Jahren den vollen Zugriff auf das Depot erhält, ich versuche natürlich bis dahin meinem Kind ein finanzielles Basiswissen mit auf den Weg zu geben 🙂
    • es sollte möglich sein Beträge ab 25 EUR monatlich anlegen zu können, damit ich mit meinen geplanten Beträgen hinkomme
    • die Ordergebühren sollten nicht zu hoch sein, da die Beträge an sich ja auch recht klein sind
    • ETFs werden im Sparplan angeboten

    Meine Wahl fiel dann letztendlich auf das consorsbank Junior Depot und ein entsprechendes Tagesgeldkonto, das auch für Minderjährige angelegt werden kann. Dieses erfüllt zumindest Stand heute meine erforderlichen Kriterien. Zumindest werde ich damit erstmal starten. Falls sich die Konditionen noch stark ändern werden, kann ich dann immer noch über einen Broker-Wechsel nachdenken. 

    Finanzielle Vorsorge fürs Kind auch mit kleinerem Budget möglich

    Wem 200 EUR oder auch 100 EUR im Monat einfach zu viel sind, aber trotzdem gern finanziell für sein Kind vorsorgen möchte, der kann auch bereits mit 25 EUR monatlich starten

    Überlegt euch dafür vorher noch selbst, wie hoch der Betrag für den risikolosen Anteil sein soll. Also welchen Betrag ihr insgesamt sparen wollt und wie viel ihr davon noch auf ein Tagesgeldkonto packen möchtet. Natürlich könnt ihr auch 100% auf Risiko gehen und insgesamt 25 EUR in ETFs investieren.

    Falls ihr Hilfe bei der Risikoeinschätzung benötigt, könnt ihr gern hier nochmal nachlesen:

    Überlegt euch dabei welches Ziel ihr innerhalb welcher Zeitspanne mit euren Investitionen erreichen wollt. Ist es ein Studium in 18 Jahren oder die Unterstützung für die erste Wohnung in fünf Jahren.

    Beispiele für eine prozentuale Verteilung:

    Kind gesamt100€ 
    risikolos (Tagesgeld)50%75€
    risikobehaftet (Depot)25%25€

    Kind gesamt50€ 
    risikolos (Tagesgeld)50%25€
    risikobehaftet (Depot)50%25€

    Kind gesamt35€ 
    risikolos (Tagesgeld)29%10€
    risikobehaftet (Depot)71%25€

    Kind gesamt25€ 
    risikolos (Tagesgeld)0%0€
    risikobehaftet (Depot)100%25€

    Je nachdem, für welches Modell du dich entscheidest, kannst du dann auch wieder deine Kriterien für einen entsprechenden Online-Broker auswählen. 

    Eines davon sollte dann auf jeden Fall sein:

    • ETFs im Sparplan ab 25 EUR möglich

    Danach kannst du noch selbst entscheiden, ob das Depot über dein Kind oder dich laufen soll. Das verändert vielleicht auch nochmal deine Auswahlmöglichkeiten. Alle Kriterien für die Auswahl eines entsprechenden Online-Brokers habe ich hier nochmal zusammengetragen: 

    Für welches Weltportfolio sollte ich mich entscheiden?

    Bei einem recht kleinen Betrag von 25 EUR lohnt sich eine Aufteilung auf mehrere ETFs nicht. Das würde dann zu kleinteilig werden. Daher empfiehlt es sich hier einen Index auszuwählen der bereits global aufgestellt ist. 

    Das könnte beispielsweise dieser sein:

    • MSCI ACWI

    Unter: https://www.justetf.com/de/ findest du eine gute Übersicht, um deinen passenden ETF zu recherchieren. Wie du den passenden ETF für dich auswählst findest du hier:

    Das solltest du dann auch bei den Kriterien für deinen Online-Broker mit einbeziehen, dass dein Wunsch-ETF auch dort zur Verfügung steht.

    Damit steht der finanziellen Vorsorge deines Kindes / deiner Kinder dann erstmal nichts mehr im Wege 🙂

    Die beiden schlechtesten Ratgeber während des Crashs – Angst und Gier

    Die beiden schlechtesten Ratgeber während des Crashs – Angst und Gier

    Vor allem während der vergangenen Wochen, in der Zeit der Coronakrise, hat sich eines ganz klar wieder herausgestellt: die beiden schlechtesten Ratgeber an der Börse sind Angst und Gier. Viele Entwicklungen an der Börse lassen sich genau auf diese beiden Faktoren zurückführen. Selbst in meinem Freundeskreis wurde der Wunsch nach größeren Investitionen in der Krisenzeit laut, um vielleicht noch etwas mehr herauszuschlagen. Welche Auswirkungen das auf die Börse hat und warum du dich nicht von diesen beiden Emotionen leiten lassen solltest, erkläre ich dir hier.

    Titelbild: Unsplash / Jamie Street / 2020

    Fehlentscheidungen während des Crashs – wenn du dich von der Angst leiten lässt

    Besonders in Krisensituationen treten bestimmte Eigenschaften zu Tage, die wir vorher gar nicht für möglich gehalten haben. Vor allem während der Auf- und auch sehr starken Abs in der Corona-Zeit zeigte sich das sehr deutlich. Viele Anleger, die sich vielleicht gut auf eine solche Situation vorbereitet gefühlt haben, brach nun der kalte Schweiß aus, wenn sie einen Blick in ihr Depot geworfen haben.

    Warum können rote Zahlen im Depot Angst machen

    Menschen, die es während eines Crashs mit der nackten Angst zu tun bekommen haben sich nicht wirklich mit dem Thema Börse auseinandergesetzt. Dazu gehört, dass man sich stets bewusst ist, dass es immer zu einem Crash kommen kann, sich zuvor genau überlegt welche Strategie man verfolgt und ganz wichtig: eine Risikoeinschätzung macht. Also bevor man sich blindlings in das Abenteuer Börse stürzt, weil das ja jetzt alle so machen, sollte man sich zuvor das entsprechende Wissen aneignen und sich genau mit seinen Finanzen auseinander gesetzt haben.

    Falls du zu dieser Kategorie gehörst, die da noch ein wenig Nachholbedarf hat, schau gern hier vorbei:

    In 7 Schritten zur finanziellen Freiheit 

    Hier findest du alles notwendige für die richtige Vorbereitung auf deine erste Börsenerfahrung – ganz ohne schlaflose Nächte und Herzattacken 😉

    Warum ist diese Angst so fatal?

    Die Angst entwickelt sich ja meist, wie zuvor schon erwähnt, zum einen aus zu geringer Vorbereitung und zum anderen aus den stark fallenden Kursen. Du siehst deine Felle davon schwimmen. Im schlimmsten Fall verkaufst du deine Anteile nun zu einem viel geringeren Preis, als du sie damals eingekauft hast. Du realisierst deinen Verlust. Vorher war die rote Zahl nur in deinem Depot zu sehen und es war noch alles möglich – sowohl eine Entwicklung nach oben, als auch nach unten. Aber mit dem Verkauf machst du dir die Chance auf Besserung zunichte und der Drops ist gelutscht.

    Welche Auswirkungen hat diese Angst auf die Börsenkurse? 

    Wir stellen uns nun vor, sehr viele Menschen bekommen plötzlich Panik und wollen so schnell wie möglich verkaufen. Wir haben nun ein sehr großes Angebot und gleichzeitig eine recht geringe Nachfrage. Zudem schwebt über allem die aktuelle Informationslage, also alle lesen die gleichen Nachrichten und befinden sich in der gleichen Situation. Diese wird nur von den Anlegern unterschiedlich interpretiert. Der Ängstliche lässt sich von der negativen Grundstimmung verunsichern und will alles so schnell wie möglich loswerden. Der, ich nenne ihn mal “den Vorbereiteten”, sieht in den niedrigen Kursen eine Chance. In beiden Fällen sind die derzeitigen und zukünftig angenommenen Entwicklungen schon in den Börsenkurs eingepreist. Möchte der Ängstliche nun verkaufen und es entsteht ein Überangebot, bei gleichzeitig geringer Nachfrage, fallen die Preise. Der Vorbereitete kennt die derzeitige Lage genauso und ist demnach nur bereit dem Ängstlichen seine Anteile für einen geringeren Preis abzunehmen. 

    Fehlentscheidungen während des Crashs – wenn du dich von der Gier leiten lässt

    Wie schon angesprochen, ist Angst an der Börse definitiv kein guter Berater, aber genauso verhält es sich auch mit der Gier. Kommen wir noch mal zurück auf “die Vorbereiteten”.

    Die Vorbereiteten haben sich vorher genau angeschaut:

    • Wie ihr finanzieller Status quo ist
    • Welche finanziellen Ziele sie erreichen wollen
    • Welche Strategie sie verfolgen
    • Welches Risiko sie dafür bereit sind einzugehen

    Und natürlich haben sich die Vorbereiteten auch gedanklich damit auseinandergesetzt, was im Falle eines Crashs zu tun ist. Gehört man nun zur Fraktion der Anleger, deren Strategie auf Buy-and-Hold, also einem langfristigen Anlagehorizont basiert, verunsichern vorübergehende Schwankungen, wie die zur Zeit der Coronakrise, wenig. Für die Vorbereiteten waren die niedrigen Kurse an der Börse also ein riesiges Sale Angebot, Corona-Schlussverkauf quasi. Wenn man regelmäßig ETFs im Sparplan kauft, bekommt man die gleichen Anteile nun zu einem viel günstigeren Preis. Das verleitet jedoch den einen oder anderen dazu gierig zu werden und damit eventuell falsche Entscheidungen zu treffen. So werden möglicherweise Summen investiert, die eigentlich gar nicht für diesen Zweck bestimmt waren. Nur, weil man gerade denkt, dass man momentan einen super Schnapper machen kann. Gier bringt einen hier genauso wenig weiter, wie Angst.

    Sollte ich während des Crashs einsteigen?

    Für diejenigen, die jetzt noch nicht an der Börse investiert sind, stellt sich natürlich nun schnell die Frage: Soll ich jetzt einsteigen? Klar, wenn die Preise gerade besonders günstig sind, ist das verlockend. Die Kurse könnten aber auch nächste Woche noch tiefer fallen. Also lieber abwarten oder sofort einsteigen? Da das niemand, also wirklich niemand, auch nicht Börsen-Guru xy, genau vorhersagen kann, ist der beste Einstiegszeitpunkt immer JETZT. 

    Allerdings solltest du dabei keinesfalls überstürzt handeln, sondern folgende Voraussetzungen erfüllt haben.

    Du solltest:

    • dir genügend Wissen über die Börse aneignen (schließlich möchtest du später nicht zu den Ängstlichen, sondern zu den Vorbereiteten zählen)
    • deinen finanziellen Status quo kennen
    • deine finanziellen Ziele festgelegt haben
    • deine Risikobereitschaft bestimmt haben
    • deine Strategie erarbeitet haben
    • dich mit den Produkten an der Börse (Aktien, ETFs etc.) auskennen, um die für dich passenden auswählen zu können

    Wenn du diese Schritte durchlaufen hast und auch wirklich nur dann, bist du ready, um an der Börse loszulegen. Ansonsten treibt dich auch leider hier nur die Gier. Lass dich nicht zu überstürzten Handlungen verleiten, wenn du vielleicht noch nicht wirklich vorbereitet bist. Das kann dazu führen, dass du in einer erneuten Crash-Situation ganz schnell zu den Ängstlichen gehörst. Bereite dich gut vor und, wenn du diese Vorbereitung abgeschlossen hast, leg los. Ich habe damals vom Dispo-Shopaholic zur ETF-Anlegerin circa acht Wochen gebraucht. Ich denke, das ist eine gute Zeitspanne. Natürlich kannst du das auch noch schneller umsetzen, als ich. 🙂

    Alle sieben Schritte kannst du im Detail und ausführlich auch nochmal in meinem Buch nachlesen. Du hast das Gefühl, dass ein Buch dir nicht die nötige Unterstützung bietet, die du dir vorstellst, wenn es um deinen Vermögensaufbau geht, dann ist mein Online-Kurs genau das Richtige für dich. Hier gehen wir gemeinsam jeden einzelnen Schritt durch von den einzelnen Begrifflichkeiten bis hin zum Kauf deines ersten ETFs. 

    Coronakrise und Neuorientierung

    Coronakrise und Neuorientierung

    Wie die meisten von uns hat auch mich die Coronakrise ganz schön aus der Bahn geworfen. Zudem wächst nun seit 29 Wochen auch noch ein neuer kleiner Erdenbürger in meinem Bauch heran. Dabei wurden nicht nur viele Routinen und Abläufe heftig durcheinander gewirbelt, sondern zudem ist auch mein Körper einem ständigen Wandel unterzogen. Dabei haben viele Neuerungen und Umbrüche Einzug in meine Gedankenwelt gefunden. Fast ganz nebenbei habe ich meine ursprünglichen Ziele aus den Augen verloren. Ich musste mich erstmal wieder neu orientieren, aber ich fange am besten Mal ganz vorne an.

    Titelbild: Unsplash / Brendan Church / 2020

    13.03.20 – Selbstquarantäne und plötzlich letzter Arbeitstag

    Mitte März war die Ausbreitung des Coronavirus nicht mehr aufzuhalten und die Planungen für den Lockdown in Deutschland in vollem Gange. Derweil befand ich mich in der 18. Schwangerschaftswoche und damit im fünften Monat. Die täglichen Bus- und U-Bahnfahrten sowie das sitzen in einem Großraumbüro wurden damit langsam zu einer kleinen Tortur. Das Gedankenkarussell drehte sich von “Schwangere sind durch Corona nicht mehr gefährdet als andere.” zu “Schwangere haben generell ein schwächeres Immunsystem und Viruserkrankungen können besonders schwer verlaufen.” Dann ging alles doch recht schnell. Drei Tage später stellte mir meine Ärztin ein Beschäftigungsverbot aus. Der vergangene Freitag sollte es dann gewesen sein – dieser letzte Arbeitstag vor dem Mutterschutz und der kommenden Elternzeit. Und ich habe nicht mal richtig meinen Schreibtisch aufgeräumt, geschweige denn mich von meinen Kollegen verabschieden können. 

    Danach begann, wie sicher für viele für uns, ein Wechsel in nie dagewesene Umstände. Wir alle mussten uns neu orientieren. Zum einen die allgegenwärtige Angst. Angst um das Baby, Angst um den Partner, Angst um Familienangehörige. Ob begründet oder nicht, so schwang sie doch immer mit. Die Frage: “Und was ist, wenn es jetzt doch einen geliebten Menschen erwischt?” So begannen meine zehn Wochen Selbstquarantäne. In dieser Zeit beschränkten sich meine Kontakte auf meinen Mann und die gelegentlichen Routineuntersuchungen für die Schwangerschaft. Neben der allgemein in der Welt vorherrschenden Verunsicherung, beschäftigte mich natürlich auch wie jede Schwangere der Umstand, ob es meinem kleinen Bauchbewohner auch gut geht. Mein Fokus und meine Routinen haben sich dabei komplett auf den Kopf gestellt.

    Schwangerschaft und Neuorientierung 

    Von einem Tag auf den anderen klingelte nun nicht mehr um 4 Uhr der Wecker, woraufhin ich mich normalerweise alsbald auf den Weg zur Arbeit machen würde Um dann mit Meetings, Reportings und E-Mails sowie Sport oder Gitarre weiterzumachen. Unterricht, Fitnessstudio und Büroräume waren ja eh gestrichen. Und das war der Punkt, an dem ich mir meinen Alltag erstmal wieder selbst neu zusammenpuzzeln musste. Dabei habe ich meine vorherigen Ziele aus den Augen verloren. Ich hatte plötzlich keine Motivation mehr noch einen Blogbeitrag zu schreiben, täglich drei Stunden Podcasts und Bücher zu konsumieren, Gitarre zu üben und (leider) waren anstrengende Sporteinheiten aufgrund der Schwangerschaft ja auch gestrichen. Ich habs mit Yoga versucht – bisher sind wir keine Freunde geworden. Zudem wuchs die Panik sich nicht genug auf das Baby vorbereitet zu haben immer weiter an. Also wurde das zu meinem neuen “Projekt”. Viele werdende Mütter wissen sicher, wie umfangreich dieses Thema sein kann. Somit gehörten nun morgendliche Spaziergänge, Bücher und Podcasts rund um das Thema Schwangerschaft, Geburt und das erste Lebensjahr sowie Formulare, Anträge, Fristen und Anschaffungen zu meiner täglichen Routine. 

    Meine Einstellung zu Baby und Finanzen

    Wir haben das Glück, dass in unserem Umfeld bereits mehrere kleine Familien entstanden sind. So kann man sich ab und zu etwas abschauen, Erfahrungen austauschen, sich das beste herauspicken und auf sich selbst anwenden. Daher war für mich von Anfang an klar, dass nur so viel nötig und so wenig wie möglich und auch gebraucht gekauft wird. Die Krux an der Sache jedoch ist – was ist denn nötig? Denn zu dieser Frage gibt es so viele Antworten, wie es Familien gibt. Hinzu kam, dass ich aufgrund meiner zunehmenden Ausmaße einfach neue Kleidung benötigte. Meine Achillesferse. Für mich galt es nun die Balance zwischen Sparsamkeit und sinnvollen Ausgaben zu finden. Am schwierigsten war es jedoch auch, nicht wieder in alte Muster zu verfallen. “Na wenn ich dieses schon kaufe, dann kann doch auch noch das Paar Schuhe da mit. Schuhe gehen ja auch in der Schwangerschaft.” Eine kleine “Hilfe” dabei war, dass herkömmliche Sachen bei den aktuellen Rundungen eh keinen Sinn machten. Dafür sind die Babysachen natürlich umso süßer. Ein MIENENFELD! Was ich dann genau gekauft und wie viel ich dafür ausgegeben habe, kannst du ganz bald in einem neuen Blogbeitrag nachlesen.

    Alles wieder unter einen Hut bringen

    Es hat mich wirklich sage und schreibe drei Monate gekostet diese beiden Welten nun wieder zu vereinen. Mich nun wieder mehr mit dem Bereich der Finanzen zu beschäftigen, ein Buch zu hören, das mit Persönlichkeitsentwicklung zu tun hat und nicht nur mit der mentalen Vorbereitung auf eine Geburt und etwas zu schreiben, bei dem es sich nicht um meine Gedanken als werdende Mutter dreht. Nichtsdestotrotz wird das Thema Baby von nun an immer eine Rolle spielen, mal eine größere, mal eine etwas kleinere. Dabei sollten natürlich andere Felder, mit denen man sich vorher beschäftigt hat, nicht komplett untergehen. Zukünftig möchte ich gern versuchen diese beiden Kategorien abzudecken – Finanzen und Baby. Denn für viele ist es Alltag sich auch innerhalb der Familie mit dem Thema Geld auseinanderzusetzen. Wir fangen gerade erst damit an. Daher gibt es nun eine neue Kategorie im Blog – Baby und Finanzen. Dort werde ich alle Beiträge, die sich vor allem um Ausgaben, Kostenplanung und Anschaffung im Zusammenhang mit dem Kind drehen, posten. Schau gern mal rein 🙂

    Coronavirus – was tun mit deiner Geldanlage?

    Coronavirus – was tun mit deiner Geldanlage?

    Aus gegebenem Anlass muss ich nochmal auf das Thema Coronavirus eingehen. Mehrfach täglich lese ich Fragen dazu, wie man sich jetzt in Bezug auf seine Geldanlage verhalten soll. Soll ich alles verkaufen? Soll ich jetzt alles investieren? Soll ich noch warten, bevor ich einsteige? Soll ich meinen Sparplan aussetzen? …und so weiter. Daher möchte ich noch mal gesondert auf diese Fragen zum Thema Coronavirus und Geldanlage eingehen.

    Titelbild: Unsplash / Fusion Medical Animation / 2020

    Warum sinken die Kurse überhaupt?

    Das Coronavirus bringt neben den zunehmenden Einschränkungen des Lebens eine enorme Unsicherheit mit sich. Schulen und Kitas schließen. Die Betreuung ist nur noch für wenige Berufsgruppen gesichert. Arbeitnehmer müssen zu Hause bleiben. Bars, Kneipen, Clubs und Restaurants werden dicht gemacht. Konzerte, Events und Messen werden abgesagt. Überall mangelt es an Arbeitskräften und kauffreudigen Kunden. Insolvenzen, Arbeitsplatzverlust und die damit verbundenen Ängste sind die Folge. Die Menschen werden vorsichtiger. Daher wirkt sich das Coronavirus auf deine Geldanlage aus. So wie an jedem Markt, wird auch an der Börse der Kurs durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Derzeit kann man sich das in etwa so vorstellen: du hast zehn Packungen Toilettenpapier und da derzeit in den Geschäften so gut, wie keines mehr davon zu bekommen ist, klopfen bei dir dementsprechend viele Leute an, um von dir eine Packung zu erwerben. Die Nachfrage ist also sehr hoch und das Angebot entsprechend gering. Demnach könntest du für das Toilettenpapier einen exorbitanten Preis verlangen. Da du aber kein Idiot bist, verschenkst du das Toilettenpapier und kaufst dir im Supermarkt neues, wenn du welches benötigst. Aber so greift auch an der Börse der Mechanismus von Angebot und Nachfrage. Da die Menschen gerade sehr verunsichert sind, halten sie ihr Geld lieber zusammen und sie Nachfrage nach beispielsweisen ETFs sinkt. Auch selbsternannte “Profis” und auch Roboadviser fangen nun an das Geld umzuschichten und erhoffen sich davon eine bessere Rendite. Bleibt abzuwarten, wie sinnvoll das in der derzeitigen Situation ist. Fakt ist: es kommt zu fallenden Kursen. Die fallenden Kurse haben jedoch zur Folge, dass die Menschen noch mehr Angst bekommen und aus Panik ihre bereits erworbenen ETFs verkaufen. Warum das nicht besonders schlau ist, erkläre ich später nochmal ausführlich. So befinden wir uns momentan in einer Abwärtsspirale.

    Sollte ich jetzt auch verkaufen?

    Wenn du dir jetzt diese Frage stellst, solltest du dir nochmal genau überlegen, ob du dir genügend Wissen angeeignet hast, um wirklich zu investieren oder, ob du deine Risikobereitschaft richtig eingeschätzt hast. Das gilt natürlich nicht nur während des Coronavirus, sondern während jeder Krisensituation, die deine Geldanlage beeinflusst.

    Zum ersten Punkt: genügend Wissen aneignen

    Wenn du alle Schritte von A wie Aktie bis Z wie Zinseszins durchgegangen bist und dich intensiv deinem finanziellen Status quo, deinen Zielen und deiner Strategie beschäftigt hast, sollte sich dir die Frage nach dem Verkaufen jetzt gar nicht stellen. Denn normalerweise sollte deine Devise auch bei stark fallenden Kursen, wie jetzt der Fall, weiterhin Buy and Hold lauten. Du kaufst und hältst und hältst und hältst. Mit deinen ETFs solltest du nicht nur eine breite Streuung in Ländern, Branchen und Unternehmensgrößen haben, sondern auch eine zeitliche Diversifikation mit einbeziehen. Das bedeutet, du spekulierst nicht auf niedrige Kurse, um zu kaufen und auf hohe Kurse, um zu verkaufen, sondern du kaufst zu einem beliebigen Zeitpunkt und hältst deine ETFs mindestens zehn Jahre lang. So sollte es dir recht egal sein, ob die Kurse zum Zeitpunkt des Kaufs hoch oder niedrig waren. Soit kannst du die möglichen Verluste, die sich gerade in deinem Depot zeigen, auch wahrscheinlich in den kommenden Jahren wieder sehr gut ausgleichen. Denn auch, wenn die Kurse jetzt stark fallen, heißt das ja nicht, dass sie nicht auch wieder stark steigen können. Verkaufst du jedoch zum jetzigen Zeitpunkt, realisierst du diesen Verlust und kannst von späteren Kursanstiegen nicht mehr profitieren, da du ja gar nicht mehr investiert bist.

    Zum zweiten Punkt: Risikobereitschaft überdenken

    Bevor du investierst ist einer der wichtigsten Punkte deine Risikobereitschaft festzulegen. Sprich, wenn dir jetzt wegen des Coronavirus so richtig die Muffe geht und du keine Nacht mehr ruhig schlafen kannst, solltest du diesen Punkt vielleicht noch mal überdenken. Womöglich hast du zu Beginn, als die Börsenwelt noch rosarot war deine Risikobereitschaft viel höher eingeschätzt, als sie jetzt tatsächlich ist. Dann ist jetzt für dich der Zeitpunkt gekommen, darüber nachzudenken, ob du deine Verteilung von risikobehaftet und risikoarm neu zu gewichten. Aber jedem sollte bevor er an der Börse investiert, bewusst sein, dass es immer zu sehr starken Kursabfällen und Krisensituationen kommen kann. Keine Rendite ohne Risiko.

    Ist jetzt der beste Einstiegszeitpunkt?

    Hach, wenn ich das nur wüsste. Ganz ehrlich das weiß niemand. Niemand kann in seine Glaskugel schauen und vorhersagen, ob die Kurse in den nächsten Wochen noch weiter fallen werden und du lieber noch etwas warten solltest oder, ob jetzt der Tiefstand erreicht ist. Zudem sollte das, wenn du in ETFs investieren und zudem einen langen Anlagehorizont hast, nicht weiter relevant für dich sein. Der beste Einstiegszeitpunkt ist immer jetzt. Ja es kann sein, dass du später von den heute bestehenden niedrigen Kursen profitierst, auf lange Sicht gesehen, wird das aber keinen allzu großen Unterschied machen. Es kommt auf den langen Zeitraum, nicht auf den genauen Zeitpunkt an. Dein Ziel ist es nicht, bei sehr niedrigen Kursen zu kaufen und bei hohen Kursen zu verkaufen. Wichtig ist, dass du dir das entsprechende Wissen aneignest, deine Finanzen in die Hand nimmst und los legst. 

    Wenn du dazu noch weiter Infos brauchst, kannst du alles in diesem Blogbeitrag nachlesen:

    Soll ich jetzt alles auf einmal investieren?

    Auch hier muss ich wieder sagen, dass niemand genau vorhersagen kann, wie sich die Kurse jetzt im Falle des Coronavirus entwickeln. Es kommt natürlich auf die Gesamtsumme an, die du investieren möchtest. Nichtsdestotrotz kannst du diese Summe in mehrere Chargen aufteilen und wie mit einem normalen Sparplan auch beispielsweise zwei Mal im Monat nachkaufen. So musst du nicht direkt alles auf einmal investieren und “ärgerst” dich nicht, wenn die Kurse noch weiter fallen. Aber auch in diesem Fall gilt: langer Anlagehorizont und Buy and Hold. Ich mache es beispielsweise so, dass ich einmal zu Beginn und einmal zur Mitte des Monats investiere. Das mache ich aber auch kontinuierlich, unabhängig davon, wie die Kurse stehen und die Summen bleiben dabei auch immer gleich.

    Soll ich jetzt meinen Sparplan aussetzen?

    Genau das solltest du gerade auf keinen Fall tun. Es ist gerade Winterschlussverkauf. Aufgrund der geringen Nachfrage, fallen die Kurse und du bekommst für das gleiche Geld nun mehr Anteile. Ich bleibe mal bei dem Klamottenvergleich, da ich mich da ja ganz gut auskenne 😉 Vorher hat das Shirt 29.90 EUR gekostet und von deinen 30 EUR konntest du dir gerade mal eines davon leisten. Aber jetzt im Sale kosten alle T-Shirts nur noch 9.90 EUR. So bekommst du nun für das gleiche Geld ganze drei Teile. Genauso ist es jetzt mit deinen ETFs. Du bekommst für das gleiche Geld mehr Anteile. Wenn du einen Sparplan hast, lass ihn laufen. Ansonsten kannst du nochmal zu dem Punkt mit der Risikobereitschaft zurückspringen. 

    Also zusammenfassend lässt sich sagen, dass du trotz Coronavirus deinen Sparplan weiter laufen kannst. Du solltest nicht aus Panik verkaufen und auch nicht aus Gier alles auf eine Karte setzen. Geh nochmal in dich überlege dir, wie deine Strategie ist und halte dich daran. 

    Meine lautet: Keep Calm and Buy and Hold!

    Die 10 besten Tipps zum Sparen

    Die 10 besten Tipps zum Sparen

    Es gibt zwei Schrauben, an denen du drehen kannst, wenn es darum geht, ein Vermögen aufzubauen. Zum einen sind das deine Einnahmen und zum anderen deine Ausgaben. Wie du letzteres optimieren kannst, will ich dir mit diesen zehn besten Tipps zum Sparen zeigen. Bereit? Dann lass uns loslegen!

    Ich habe alle Spartipps auch selbst getestet und bin damit tatsächlich ganz gut gefahren.

    Titelbild: Unsplash / Micheile Henderson / 2020

    Spartipp Nummer 1 – Haushaltsbuch

    Lege dir ein Haushaltsbuch an. Für mich der wichtigste Schritt zum Sparen. Das Haushaltsbuch hat mir sehr dabei geholfen, herauszufinden, wo wirklich meine größten auch auch meine unsinnigsten Ausgaben lagen. So fiel mir relativ schnell aus, dass ich beispielsweise über 800 EUR jährlich für Coffee-to-go ausgab. Nach wie vor führe ich ein Haushaltsbuch, um meine Ein- und Ausgaben im Blick zu behalten. Ich empfinde es auch nicht als anstrengend, sondern als sehr hilfreich. 

    Weitere hilfreiche Tipps zum Thema Haushaltsbuch sowie eine entsprechende Vorlage, findest du hier:

    Spartipp Nummer 2 – sinnlose Abso kündigen

    Sinnlose Abos kündigen. Ich weiß dort gibt es unterschiedliche Serien und Filme und ein bisschen Fußball soll es auch noch sein, aber brauch man wirklich ein Netflix, Amazon Prime und ein Sky Abo? Wahrscheinlich nicht. Das Gleiche gilt für Spotify, iTunes oder Amazon Music. Entscheide dich für einen dieser Dienste. Ähnlich verhält es sich mit nicht genutzten Zeitungsabos oder den regelmäßigen Beiträgen fürs Fitnessstudio, in dem du schon drei Monate nicht mehr warst. Überlege dir sehr genau, was du wirklich nutzt. Der Rest kann weg.

    Spartipp Nummer 3 – Verträge überprüfen

    Verträge überprüfen. Das kann nicht nur der Handyvertrag, bei dem man nach den ersten zwei Jahren plötzlich drauf zahlt, sondern auch die Autoversicherung oder der Stromanbieter. Manchmal reicht es zum Ende der Vertragslaufzeit die Kündigung einzureichen, um dann ein besseres Angebot zu bekommen, manchmal kommt man um einen Wechsel nicht herum. Überprüfe auch all deine Versicherungen. Für welchen Notfall möchtest du wirklich abgesichert sein und gibt deine Versicherung das auch her? Auch, wenn es vielleicht ein bisschen Arbeit bedeutet, kann sich das lohnen und wer hat hier gesagt, dass es was umsonst gibt 😉  

     

     

    Also überprüfe alles Verträge / Versicherungen:

     

    • Handy
    • Internet
    • Strom
    • Autoversicherung
    • Unfallversicherung
    • Hausratverischerung

    Spartipp Nummer 4 – Kontowechsel

    Konto wechseln und gegebenenfalls Kreditkarten kündigen. Ich hatte seitdem ich sechzehn Jahre alt war ein Konto bei der Sparkasse und schon meine Großeltern haben dort ihr Geld gebunkert. Also unsere Bank des Vertrauens. Jedoch haben viele Banken die geringen Zinsen durch höhere Kosten für den Kunden umgelagert. So auch die Sparkasse. Eine ganze Zeit lang bezahlte ich noch fleißig meine 5,95 EUR monatlich Kontoführungsgebühren. Doch irgendwann störte ich mich so sehr daran, dass für mich nur noch ein Wechsel in Frage kam. Wie lange man jetzt bei den Direktbanken ohne weitere Kosten auskommen wird, wird sich zeigen, aber so spare ich mir erstmal die 5,95 EUR und habe oben drauf noch 200 EUR für den Wechsel gutgeschrieben bekommen. Ebenso ist es mit Kreditkarten, die einen jährlichen Beitrag kosten. Brauchst du diese wirklich oder gibt es vielleicht noch etwas günstigeres? Ich komme zum Beispiel auch sehr gut ohne aus. Ein Punkt, an dem ich definitiv sparen kann.

    Spartipp Nummer 5 – öffentliche Verkehrsmittel

    Ich komme aus einem kleinerem Dorf nahe Berlin. Hier war es quasi Pflicht mit 17 den Führerschein zu machen und sich hauptsächlich mit dem Auto fortzubewegen. So hab ich das auch über zehn Jahre gehandhabt und mein Auto war mein ein und alles. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass ich je ohne meinen fahrbaren Untersatz sein würde. Auch, wenn dieser durch den Umzug nach Berlin, dem zunehmenden Verkehr und die steigenden Kosten immer unpraktischer wurde. Nachdem dann allerdings die dritte große Reparatur innerhalb weniger Monate anstand, hab ich mich dazu entschieden mein Auto und auch die damit verbunden Kosten abzugeben. Mittlerweile fahre ich seit einem halben Jahr mit den Öffentlichen und spare mir dadurch Versicherung, Tankkosten, Steuer und Reparaturen. Für jeden, der nur aus Bequemlichkeit das Auto nutzt, können die Öffentlichen Verkehrsmittel oder das Fahrrad eine super Alternative sein.

    Spartipp Nummer 6 – Großpackungen / Angebote

    Großpackungen kaufen und auf Angebote achten. Zugegeben ein recht simpler, aber doch sehr wirkungsvoller Tipp. Denn indem du öfter mal auf eine größere Menge oder die Familienpackung Shampoo, Kaffee oder Zahnpasta zurückgreifst, kannst immer eine Kleinigkeit sparen. Bei Dingen, die du sowieso täglich verwendest, kann ein kleiner Vorrat nicht schaden, da du ja eh weißt, dass du die Produkte aufbrauchen wirst. Ich mache das immer so mit Drogerieartikeln. Davon kaufe ich gleich eine höhere Stückzahl. Auch, wenn sich Prospekte wälzen jetzt nicht nach der aufregendsten Sonntagsbeschäftigung anhört, kannst du auch hier einiges rausholen. Mache dir einen kleinen Sport daraus und werde zum Schnäppchenjäger. Ich freue mich immer, wenn ich einen Artikel, den ich sowieso gekauft hätte, dann auch noch im Angebot ergattern kann.

    Spartipp Nummer 7 – Wünsche hinterfragen

    Hinterfrage deine Wünsche. Bei mir war es bei den Klamotten immer so, dass ich in jedem Onlineshop elendig lange Wunschlisten mit tausenden von Produkten hatte. Und, wenn ich mir dann mal wieder ein riesen Paket bestellt hatte, gab es ja schon wieder neue Taschen, Schuhe, Kleider und Röcke, die ich unbedingt haben musste. Dabei blieb es nicht nur bei Bekleidung, sondern genauso war es mit Kosmetik, Elektronikartikeln und Sportsachen. Jeder Wunsch, den ich mir erfüllte, wurde sofort durch zehn neue ersetzt. Ich musste sehr lange und muss es auch jetzt noch, an meiner Einstellung arbeiten, um diese Spirale und mein eigenes Verhalten zu durchbrechen. Das war nicht einfach, hat aber mitunter den größten Effekt auf mein derzeitiges Konsumverhalten ausgemacht.

    Spartipp 8 – Schulden begleichen

    Versuche so schnell wie möglich deine Schulden zu begleichen. Konsumschulden bringen nicht nur teure Zinsen mit sich, sondern auch immer einen emotionalen Drucken. “Was ist, wenn ich diesen Monat meine Rate nicht bezahlen kann?” Vor allem Dispokredite, also, wenn wie bei mir früher sehr oft, dein Girokonto regelmäßig in den roten Zahlen steht, kostet dich das eine Stange Zinsen. Diese zusätzlichen Gebühren kannst du dir gut und gerne sparen. Zahle also so schnell wie möglich deine Raten ab und gleiche dein Konto aus. Seit eineinhalb Jahren hab ich auf meinem Konto keine roten Zahlen mehr gesehen und das fühlt sich sehr gut an 🙂

    Spartipp 9 – verschiedene Konten

    Lege dir für bestimmte Bereiche unterschiedliche Konten an. Ich habe zum Beispiel ein Konto für meinen Notgroschen, ein Spaß-Konto, für Dinge, die ich mir gern kaufen möchte, ein Babykonto, auf dem bereits in der Planungsphase regelmäßig Einzahlungen für zukünftige Anschaffungen hinterlegt wurden, ein normales Girokonto für meine Fixkosten und noch ein Tagesgeldkonto, auf dem ich den risikolosen Anteil anspare. Mittels Daueraufträge wandern jeden Monat direkt nachdem mein Gehalt auf meinem Girokonto eingegangen ist, genau festgelegte Beträge auf die jeweiligen anderen Konten. So kann ich auch beispielsweise nur das Geld vom Spaß-Konto für einen Wunsch ausgeben, dass auch wirklich auf diesem Konto ist. Wenn du mehr zur richtigen Kontostruktur wissen willst, dann wirst du hier fündig:

    Spartipp Nummer 10 – regional Reisen

    Mein Mann und ich halten es häufig so, dass wir unsere Urlaubsreisen in die nähere Umgebung verlegen. Also Thailand, die Malediven oder Dubai stehen dabei weniger auf unsere Liste. Für Kurztripps fliegen wir nicht in andere Städte, sondern fahren zum Beispiel in die Natur in der Nähe. Das soll jetzt nicht heißen, dass man nie wieder eine Fernreise machen oder nicht mehr nach London oder Paris fliegen soll. Es geht einfach nur darum, auch hier für sich selbst zu schauen, ob es nicht eine mindestens genauso schöne, aber vielleicht günstigere Alternative gibt. Positiver Nebeneffekt: weniger Reisezeit und du schonst die Umwelt 😉

    Und P.S.: Balance is the key

    Bei der ganzen Sparerei solltest du es natürlich auch nicht übertreiben. Nur ein mal täglich die Klospülung zu drücken, nur zwei Minuten zu duschen und überall das Licht auszulassen, ist hier dann vielleicht nicht der richtige Weg. Du solltest dich bei all deinen Sparmaßnahmen nicht zu sehr eingeschränkt fühlen. Das vermittelt schnell den Eindruck von Zwang und lässt dich das Ganze nicht durchhalten. Es ist wie bei einer Diät. Diese sollte auch so ausgerichtet sein, dass du dich mit allem notwendigen ausreichend versorgt fühlst und nicht aufgrund von Mangelerscheinungen zu Heißhungerattacken neigst. Klar solltest du dich aus deiner bisherigen Komfortzone herausbewegen, aber du solltest es auch nicht übertreiben 😉 Ganz spannend dazu finde ich das Thema Frugalismus. Hier kannst du nochmal alles zu diesem etwas anderen Lebensstil nachlesen:

    Coronavirus und Kurseinbrüche

    Coronavirus und Kurseinbrüche

    Derzeit hält der Coronavirus die ganze Welt in Atem. Nachdem zuvor nur China massiv von dem Virus betroffen war und sich das mit kleineren Kurseinbrüchen bemerkbar machte, breitet sich die Krankheit nun zu einer global umfassenden Pandemie aus. Natürlich bleibt das ganze nicht ohne Folgen für die Weltwirtschaft.

    Titelbild: Unsplash / CDC / 2020

    Starke Kurseinbrüche als unmittelbare Folge des Coronavirus

    Mittlerweile verbreitet sich das Coronavirus seit über zwei Monaten und es wurden bereits in über 50 Ländern Infizierte Personen gemeldet. Natürlich beeinflussen Flugverbote, verminderter Schiffsverkehr, die unter Quarantäne gestellten Mitarbeiter und nicht zuletzt die Angst die globale Wirtschaft. Lieferengpässe, geschlossene Fabriken, ausfallende Arbeitskräfte, Produktionsrückstände, fehlende Nachfrage – all diese Dinge wirken sich unmittelbar auf die ökonomische Verfassung der Unternehmen und damit natürlich auch auf die Aktienkurse aus. Natürlich sind diese Auswirkungen nicht nur in China, sondern auch in zahlreichen europäischen Unternehmen deutlich zu spüren. Nicht wenige rechnen mit einem niedrigen zweistelligen Umsatzeinbruch – zumindest für die erste Hälfte des Jahres. Jedoch werden wir die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus noch sehr viel länger zu spüren bekommen. Bis die Unternehmen wieder zu ihrem ursprünglichen Rhythmus zurückfinden, wird es noch einige Zeit dauern, wenn das überhaupt je der Fall sein wird. Die vorherrschende Ausnahmesituation zwingt auch zum Umdenken. Standortveränderungen, verkürzte Wertschöpfungsketten oder eine eingeschränktere Globalisierung könnten mögliche Konsequenzen sein. Ob diese Entwicklungen positiv oder negativ sind und wie viele Kosten dadurch verursacht werden, werden wir erst im Nachhinein feststellen können.

    17 Prozent Kurseinbruch – Was tun?

    In meinen Depots sieht es derzeit so aus, dass die Kurse meiner ETFs nach der weiteren Verbreitung des Coronavirus um momentan 17 Prozent innerhalb weniger Tage eingebrochen sind. Wie gehe ich jetzt damit um? So wie es im Allgemeinen ratsam ist, mit dem Virus umzugehen, lautet auch im Hinblick auf die einbrechenden Kurse, nicht in Panik zu geraten. Ich verstehe absolut, dass einem die aktuellen Entwicklungen erstmal einen gehörigen Schrecken einjagen können. Aber im Grunde ist das jetzt nichts anderes als eine größere Schwankung, auf die wir uns aber im Zuge unserer Wissensaneignung, also die Ausarbeitung unserer Strategie vorbereitet haben. Was heißt das jetzt genau? Im Zusammenhang mit ETFs und der passiven Anlagestrategie lautet die Devise “Buy and Hold”. Das bedeutet, dass einmal gekaufte ETFs in deinem Besitz bleiben. Komme was da wolle und, wenn es ein Coronavirus ist. Durch die zeitliche Diversifikation, also dass du beim Kaufen und Verkaufen deiner ETFs nicht auf einen bestimmten Zeitpunkt abzielst, sondern diese über einen langen Zeitraum von mindestens 10 Jahre hältst, sollten sich solche Schwankungen relativieren. Hinzu kommt, dass, wenn du dich gut vorbereitet hast, eine breite Streuung in deinem Portfolio aufweisen kannst. Darin sollten sich also nicht nur die DAX Unternehmen befinden, sondern Aktien verschiedenster Länder, Branchen und Entwicklungsstufen. Dadurch soll gewährleistet werden, dass sich auch größere Einbrüche in bestimmten Regionen oder Wirtschaftszweigen ausgleichen. 

    Also, was du jetzt auf keine Fall tun solltest, ist irgendwelche Panikverkäufe zu tätigen, weil die Kurse mal ein wenig runtergehen. Das Kredo lautet: Ruhe bewahren. Zudem ergibt sich nun die Möglichkeit bei gefallenen Kursen günstiger weitere Anteile nachzukaufen.

    Wenn du dich nochmal genau mit der richtigen Strategie und der Vorbereitung auf einen ETF-Kauf beschäftigen möchtest, findest du hier alles was du brauchst: