Wie kann ich für mein Kind finanziell vorsorgen?

    Da mein Mann und ich gerade kurz vor der Geburt unseres ersten Kindes stehen, habe ich mir natürlich auch so meine Gedanken zur finanziellen Absicherung des kleinen neuen Erdenbürgers gemacht. Ziel dabei war es für mich, dass mein Kind mit einer guten finanziellen Basis ins Erwachsenenleben starten kann. Und umso früher man damit anfängt, umso besser kann sich das Depot in den kommenden Jahren entwickeln.

    Titelbild: Unsplash / Jamie Street / 2020

    Finanzielle Vorsorge für das Kind – vor der Schwangerschaft

    Ich möchte hier direkt am Anfang nochmal betonen, dass Kinder-”Planung” bei jedem komplett anders aussieht und anders verlaufen kann. Deshalb möchte ich hier mit meiner Geschichte nur ein Beispiel geben. So haben wir es gemacht. Der Weg zur Familiengründung ist jedoch für jeden absolut individuell. Ich hoffe trotzdem, dass ihr euch das eine oder andere davon mitnehmen könnt. 

    Lasst euch auch bitte nicht davon entmutigen, wenn ihr bereits Kinder habt und noch nicht die Möglichkeit hattet oder bisher nicht genau wusstet, wie ihr für diese finanziell vorsorgen sollt. Es ist nie zu spät damit anzufangen 🙂

    Bei uns kamen zwei Umstände zusammen. Zum einen, dass ich mich bereits mit unseren Finanzen auseinandergesetzt hatte und nun wusste wie der Hase läuft und zum anderen, dass wir uns das Kind gewünscht haben und nach kurzer Anlaufphase alles sehr positiv verlief. Wie gesagt, dass ist nicht selbstverständlich und jeder hat hier seinen eigenen Weg. 🙂 

    Jedenfalls konnte ich mich so schon einige Zeit zuvor, bevor es überhaupt soweit war mit dem Thema finanzielle Absicherung für mein Kind auseinandersetzen. Daher hatte ich beschlossen zunächst ein Tagesgeldkonto anzulegen, auf das ein monatlicher Betrag für Anschaffungen fließen würde. Ich habe mich dabei für einen Betrag von 200 EUR entschieden. Mit diesem Geld richteten wir das Kinderzimmer ein, kauften die erste Bekleidung sowie von Freunden einen gebrauchten Kinderwagen, die Babyschale und vieles mehr. Was wir alles genau gekauft haben und wie viel wir dafür ausgegeben haben, werde ich in einem anderen Blogbeitrag nochmal genauer ausführen. 

    Dieses Tagesgeldkonto besteht jetzt immer noch und dort wandert auch jeden Monat als Dauerauftrag der entsprechende Betrag. Das werde ich wahrscheinlich auch so lange beibehalten bis das Kind auszieht 😀 Logischerweise werden ja regelmäßig immer wieder Anschaffungen, wie Bekleidung, Spielzeug oder später ein Fahrrad anfallen. Auch, wenn der monatliche Betrag nicht sonderlich hoch ist, sind wir damit bisher ganz gut gefahren. 

    Finanzielle Vorsorge für das Kind – nach der Schwangerschaft

    Natürlich habe ich mir auch schon Gedanken über die finanzielle Absicherung gemacht, wenn unser Kind dann endlich da ist. Im Grunde werde ich es nicht sehr viel anders machen, als bei uns. 

    Ich habe erstmal einen Betrag von 200 EUR angesetzt, den ich wie folgt verteilen werde. 

    Für den einen mögen 200 EUR sehr viel klingen, für den anderen vielleicht schon wieder zu wenig, um finanziell für das eigene Kind vorzusorgen. Auch hier sollte jeder seinen eigenen Weg finden, nach seinen eigenen finanziellen Möglichkeiten 🙂

    Baby gesamt200€
    risikobehaftet50%100€
    risikolos50%100€
    EM25%25€
    World75%75€

    Beim Baby wollte ich ein bisschen mehr auf Nummer sicher gehen und habe mich für eine 50 / 50 Aufteilung entschieden. Also 100 EUR werden risikobehaftet, die anderen 100 EUR risikolos angelegt. Bedeutet 100 EUR wandern auf ein Tagesgeldkonto und die anderen 100 EUR kommen ins Depot. 

    Für welches Weltportfolio habe ich mich entschieden?

    Aufgrund der Summe von 100 EUR habe ich mich für das Weltportfolio mit zwei ETFs entschieden. Zum einen den Emerging Markets und zum anderen den MSCI World. Die Vorlage für das Weltportfolio und zur prozentualen Verteilung stammen aus Gerd Kommers Buch “Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs”. So beläuft sich die monatliche Investition für die Emerging Markets auf 25 EUR und für den MSCI World auf 75 EUR. 

    Für welchen Online-Broker habe ich mich entschieden?

    Zunächst mal sollte mein Broker folgende Eigenschaften erfüllen, damit habe ich meine Auswahl auch direkt eingeschränkt:

    • das Depot sollte direkt von Geburt an über mein Kind laufen können, das hat den folgenden Grund, dass ich gern den Steuerfreibetrag meines Kindes in vollem Umfang dafür nutzen möchte – dabei habe ich auch keine Schmerzen damit, dass mein Kind mit 18 Jahren den vollen Zugriff auf das Depot erhält, ich versuche natürlich bis dahin meinem Kind ein finanzielles Basiswissen mit auf den Weg zu geben 🙂
    • es sollte möglich sein Beträge ab 25 EUR monatlich anlegen zu können, damit ich mit meinen geplanten Beträgen hinkomme
    • die Ordergebühren sollten nicht zu hoch sein, da die Beträge an sich ja auch recht klein sind
    • ETFs werden im Sparplan angeboten

    Meine Wahl fiel dann letztendlich auf das consorsbank Junior Depot und ein entsprechendes Tagesgeldkonto, das auch für Minderjährige angelegt werden kann. Dieses erfüllt zumindest Stand heute meine erforderlichen Kriterien. Zumindest werde ich damit erstmal starten. Falls sich die Konditionen noch stark ändern werden, kann ich dann immer noch über einen Broker-Wechsel nachdenken. 

    Finanzielle Vorsorge fürs Kind auch mit kleinerem Budget möglich

    Wem 200 EUR oder auch 100 EUR im Monat einfach zu viel sind, aber trotzdem gern finanziell für sein Kind vorsorgen möchte, der kann auch bereits mit 25 EUR monatlich starten

    Überlegt euch dafür vorher noch selbst, wie hoch der Betrag für den risikolosen Anteil sein soll. Also welchen Betrag ihr insgesamt sparen wollt und wie viel ihr davon noch auf ein Tagesgeldkonto packen möchtet. Natürlich könnt ihr auch 100% auf Risiko gehen und insgesamt 25 EUR in ETFs investieren.

    Falls ihr Hilfe bei der Risikoeinschätzung benötigt, könnt ihr gern hier nochmal nachlesen:

    Überlegt euch dabei welches Ziel ihr innerhalb welcher Zeitspanne mit euren Investitionen erreichen wollt. Ist es ein Studium in 18 Jahren oder die Unterstützung für die erste Wohnung in fünf Jahren.

    Beispiele für eine prozentuale Verteilung:

    Kind gesamt100€ 
    risikolos (Tagesgeld)50%75€
    risikobehaftet (Depot)25%25€

    Kind gesamt50€ 
    risikolos (Tagesgeld)50%25€
    risikobehaftet (Depot)50%25€

    Kind gesamt35€ 
    risikolos (Tagesgeld)29%10€
    risikobehaftet (Depot)71%25€

    Kind gesamt25€ 
    risikolos (Tagesgeld)0%0€
    risikobehaftet (Depot)100%25€

    Je nachdem, für welches Modell du dich entscheidest, kannst du dann auch wieder deine Kriterien für einen entsprechenden Online-Broker auswählen. 

    Eines davon sollte dann auf jeden Fall sein:

    • ETFs im Sparplan ab 25 EUR möglich

    Danach kannst du noch selbst entscheiden, ob das Depot über dein Kind oder dich laufen soll. Das verändert vielleicht auch nochmal deine Auswahlmöglichkeiten. Alle Kriterien für die Auswahl eines entsprechenden Online-Brokers habe ich hier nochmal zusammengetragen: 

    Für welches Weltportfolio sollte ich mich entscheiden?

    Bei einem recht kleinen Betrag von 25 EUR lohnt sich eine Aufteilung auf mehrere ETFs nicht. Das würde dann zu kleinteilig werden. Daher empfiehlt es sich hier einen Index auszuwählen der bereits global aufgestellt ist. 

    Das könnte beispielsweise dieser sein:

    • MSCI ACWI

    Unter: https://www.justetf.com/de/ findest du eine gute Übersicht, um deinen passenden ETF zu recherchieren. Wie du den passenden ETF für dich auswählst findest du hier:

    Das solltest du dann auch bei den Kriterien für deinen Online-Broker mit einbeziehen, dass dein Wunsch-ETF auch dort zur Verfügung steht.

    Damit steht der finanziellen Vorsorge deines Kindes / deiner Kinder dann erstmal nichts mehr im Wege 🙂