Was tun bei fallenden Kursen?

    Meine erste Erfahrung mit ETFs war ziemlich gelinde gesagt erschreckend. Sprich mir ging der Arsch auf Grundeis. Trotz allem was ich gelesen und gelernt hatte, drehte sich mir der Magen um, als ich in den ersten Wochen meinem Depot dabei zusah, wie es immer weiter in den roten Zahlen versank. Es gab keine Stunde, in der ich mich nicht bei consors eingeloggt hatte, um zu überprüfen, wie es gerade um meine ETFs steht. In diesen Momenten der Panik, holte mich mein Mann immer wieder runter, in dem er mir geduldig erklärte, auf welche Strategie ich doch setze. Buy-and-hold! Ja, weiß ich doch … eigentlich.

    Genau das solltest du in solchen Phasen auch tun. Du hast für dich festgelegt, wie dein Plan aussieht und der lautet einfach mal diese Scheiße zu halten, bis du deine Ziele erreicht hast. Im Normalfall sollte sich dieser Zeitraum von mehreren Jahren bis hin zu Jahrzehnten erstrecken. Ohne jetzt in meine Glaskugel zu schauen, vermute ich mal, dass während dieses Zeitabschnitts noch ziemlich viel Wasser den Bach hinunter fließen wird und es noch denen einen oder anderen Negativtrend geben wird. Aus Erfahrung kann ich dir sagen: du wirst gelassener. In den ersten Wochen wirst du wahrscheinlich noch einige Male an deiner Entscheidung zweifeln, wenn die Kurse gerade Richtung Tal schießen. Aber auch das wird sich legen, spätestens, wenn die Kurse wieder nach oben gehen und du die dicken grünen Zahlen in deinem Depot siehst. Wenn du dir vorher das nötige Wissen angeeignet hast und dir gut überlegt hast, welchen ETF du wie auswählst, ist es ok die Ruhe zu bewahren. Hinzu kommt, dass du dir vor Augen halten solltest, dass du bei fallenden Preisen gerade mit deinem Sparplan automatisch günstig nachkaufst. Wenn die Kurse steigen und du günstig mehr Anteile erworben hast, freust du dich doppelt 😉 

    Nachdem ich mittlerweile bereits über 10 Monate dabei bin und nach einem, gefühlt für mich etwas längerem Hoch, purzeln die Zahlen in meinem Depot auch gerade wieder in den Keller. Ich kann es relativ gelassen nehmen. Das Einzige was mich gerade etwas stört, ist, dass ich zum ersten des Monats und nicht jetzt einige Tage später gekauft habe. Diese Denkweise lösche ich jedoch ganz schnell wieder aus meinem Kopf, denn erstens kann ich die Vergangenheit nicht ändern und zweitens würde das der Idee des passiven Investierens widersprechen. Wir wollen ja schließlich keinen Kursen nachjagen, sondern lassen die Zeit diese Schwankungen relativeren. Das ist ein wenig wie beim meditieren. Wir schauen uns unsere Depot an, aber bewerten nicht und brechen vor allem nicht in Panik aus. 😉

    Titelbild: Unsplash / pac bac / 2019