Apr 18, 2019

    Direkt in den roten Zahlen – meine erste Erfahrung mit ETFs

    Einige, wenige Tage nachdem ich mein letztes Geld in ETFs investiert habe, fahren wir ein paar Tage in den Urlaub. Nur ein paar Tage Ostsee, kurz zum Entspannen. Ich mag die Ostsee…so zum Entspannen. Nur leider wird dieser Kurztrip für mich und meinen Mann so gar nicht entspannt. Vielleicht bin ich da ein bisschen unkonventionell, aber kurz nachdem ich mein letztes Geld in meine ersten Fonds investiert hatte, war ich erstmal so gar nicht entspannt. Ja, ich weiß das ist eine Langzeitanlage. Beruhig dich, calm down. Fuck you! Die Börse öffnet um 8 Uhr, spätestens 08:01 Uhr bin ich online, um die Kurse zu checken. Rot! Alles Rot! FUUUUCKKK! Das war meine erste Erfahrung mit ETFs. Leider bin ich mit der Situation nicht ganz so souverän umgegangen, wie ich mir das gewünscht hätte.

    Titelbild: Unsplash / Randy Tarampi / 2019

    Die ersten Tage: voller Panik in den roten Zahlen

    Nachdem ich meinem Mann zuvor ja etwa hundert Mal erzählt habe, dass diese Form der Anlage sich über einen sehr langen Zeitraum erstrecken soll, Jahre bis Jahrzehnte, versucht er nun mich mit diesen Fakten zu beruhigen. Langzeit-Strategie am Arsch! Mindestens 10 Mal am Tag checke ich mein Depot, nur um festzustellen, dass sich das Ganze langsam in den zweistelligen Minusbereich bewegt und damit meine ich nicht den Wert in Euro, sondern so prozentual gesehen, so insgesamt eben. Okayyyy, tief durchatmen. Auf der einen Seite sind die netten Worte meines Mannes, die im Prinzip nur das wiederholen, was ich ihm vor Wochen gebetsmühlenartig in Klugscheißermanier vorgebetet habe, wirklich lieb gemeint, nur leider machen seine zusätzlichen Kommentare zur aktuellen Börsensituation diese aufbauende Worte auch wieder direkt zunichte. Zu ungefragten Infos zum aktuellen Börsengeschehen, werden meine Kommentare langsam auch ein wenig bissig. Denn Langzeitstrategie und aktuelle Börseninfos widersprechen sich einfach. Also ein Ohr fürs Rein anderes Ohr fürs Raus.



    Lerne, dir selbst zu vertrauen

    Jetzt ist der Punkt gekommen, an dem man sich einfach mal selbst vertrauen muss, dass das was man da gemacht hat, passt. In die Zukunft kann natürlich niemand schauen und, ob das jetzt die beste Idee meines Lebens war kann mir auch niemand sagen, aber ich vertraue auf die Dinge, die ich mir zuvor angelesen habe und werde jetzt Erfahrungen sammeln. Und die erste Erfahrung mit ETFs ist nun mal, dass ich bitte auch bei roten Zahlen die Nerven behält. 

    Unsplash / Hello I’m Nik / 2019

    Du hast keinen Verlust realisiert, solange du nicht zu einem schlechteren Kurs verkaufst, als du gekauft hast. So weit so gut, ich hab noch nichts verloren. Nichtsdestotrotz werden die nächsten Tage und Nächte für mich und damit auch für meinen Mann kein Spaziergang, eher eine Berg- und Talfahrt. Ein erholsamer Urlaub sieht wirklich anders aus. 

    Nachtrag:

    Heute im Februar 2021, der Zeit, in der wir immer noch mitten in der Coronakrise stecken, die Börse und damit auch mein Depot sich in unangeahnte Höhen geschwungen haben, kann ich über diese ersten Erfahrungen mit ETFs nur schmunzeln. Mein Depot ist im Moment in einem Plus von über 37%. Damals hätte ich nie damit gerechnet. Nur eines weiß ich ganz genau, es war absolut richtig an meinem Weg und meiner Strategie festzuhalten. Wieterzumachen und dranzubleiben. Also, falls du dich auch einmal in einer solchen Situation befindest und so verunsichert ist, dass du einfach an allem zweifelst dann sei dir gesagt, bewahre die Ruhe. Wenn du dich gut vorbereitet hast und einen Plan verfolgst, dann kannst du dich entspannt zurücklehnen und der Börse bei ihren Auf- und Abspielchen zuschauen. Du kannst es wahrnehmen, aber es muss dich nicht um den Verstand bringen. 

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