Meine erste Erfahrung mit ETFs

    Einige, wenige Tage nachdem ich mein letztes Geld in ETFs investiert habe, fahren wir ein paar Tage in den Urlaub. Nur ein paar Tage Ostsee, kurz zum Entspannen. Ich mag die Ostsee…so zum Entspannen. Nur leider wird dieser Kurztrip für mich und meinen Mann so gar nicht entspannt. Vielleicht bin ich da ein bisschen unkonventionell, aber kurz nachdem ich mein letztes Geld in meine ersten Fonds investiert hatte, war ich erstmal so gar nicht entspannt. Ja, ich weiß das ist eine Langzeitanlage. Beruhig dich, calm down. Fuck you! Die Börse öffnet um 8 Uhr, spätestens 08:01 Uhr bin ich online, um die Kurse zu checken. Rot! Alles Rot! FUUUUCKKK!

    Die ersten Tage: voller Panik in den roten Zahlen

    Nachdem ich meinem Mann zuvor ja etwa hundert Mal erzählt habe, dass diese Form der Anlage sich über einen sehr langen Zeitraum erstrecken soll, Jahre bis Jahrzehnte, versucht er nun mich mit diesen Fakten zu beruhigen. Langzeit-Strategie am Arsch! Mindestens 10 Mal am Tag checke ich mein Depot, nur um festzustellen, dass sich das Ganze langsam in den zweistelligen Minusbereich bewegt und damit meine ich nicht den Wert in Euro, sondern so prozentual gesehen, sondern so insgesamt. Okayyyy, tief durchatmen. Auf der einen Seite sind die netten Worte meines Mannes, die im Prinzip nur das wiederholen, was ich ihm vor Wochen gebetsmühlenartig in Klugscheißermanier vorgebetet habe, wirklich lieb gemeint, nur leider machen seine zusätzlichen Kommentare zur aktuellen Börsensituation diese aufbauende Worte auch wieder direkt zunichte. Zu ungefragten Infos zum aktuellen Börsengeschehen, werden meine Kommentare langsam auch ein wenig bissig. Denn Langzeitstrategie und aktuelle Börseninfos widersprechen sich einfach. Also ein Ohr fürs Rein anderes Ohr fürs Raus.

    Lerne, dir selbst zu vertrauen

    Jetzt ist der Punkt gekommen, an dem man sich einfach mal selbst vertrauen muss, dass das was man da gemacht hat, passt. In die Zukunft kann natürlich niemand schauen und, ob das jetzt die beste Idee meines Lebens war kann mir auch niemand sagen, aber ich vertraue auf die Dinge, die ich mir zuvor angelesen habe und werde jetzt Erfahrungen sammeln. Und die erste Erfahrung ist nun mal, dass man bitte auch bei roten Zahlen die Nerven behält. Du hast keinen Verlust realisiert, solange du nicht zu einem schlechteren Kurs verkaufst, als du gekauft hast. So weit so gut, ich hab noch nichts verloren. Nichtsdestotrotz werden die nächsten Tage und Nächte für mich und damit auch für meinen Mann kein Spaziergang, eher eine Berg- und Talfahrt.

    Unsplash / Hello I’m Nik / 2019