Wie sollte meine Kontostruktur aufgebaut sein?

    Es soll ja Menschen geben, die ihr gesamtes Geld auf einem einzigen Konto horten. Bestes Beispiel: mein Mann. Bis vor Kurzem lagen auf seinem Girokonto all seine Ersparnisse. Dorthin flossen die monatlichen Einnahmen und alle anfallenden Ausgaben wurden von dort abgebucht.

    Bei mir sieht das komplett anders aus. Mittlerweile habe ich ein normales Girokonto bei der Sparkasse, das ich ja aufgrund der Gebühren, wenn alles umgestellt ist, kündigen werde. Dafür habe ich ein neues Girokonto bei der comdirect und dazu gab es auch gleich noch ein Tagesgeldkonto. Zusätzlich hatte ich mir schon vor etlichen Jahren ein Tagesgeldkonto bei der consorsbank angelegt und vor über einem Jahr auch ein Depot, das ich nie genutzt habe. Das Tagesgeldkonto war mal dafür gedacht dort immer ca. 24% meines Einkommens zu sparen. Heißt ich hatte den eigentlich guten Plan mit einem Dauerauftrag dieses Geld am Anfang des Monats zu sparen. In der Theorie eine sehr gute Idee, leider hat sich diese in der Praxis nicht so umsetzen lassen. Sprich die 24% wanderten am 01. auf das Tagesgeldkonto und spätestens drei Wochen später wieder zurück aufs Giro, da es ja noch einige offene Rechnungen gab, die bitte zeitnah beglichen werden wollten. Also diente dieses Tagesgeldkonto mehr als Pseudo-Rücklage, um mein Kaufverhalten vor mir und anderen zu rechtfertigen. Ganz nach dem Motto: Guck, schließlich spare ich auch, also kann ich mir auch was kaufen! Ein bisschen wie der kleine Salat vor dem Schnitzel mit Pommes, um zu behaupten man ernähre sich doch gesund.

    In den letzten Monaten habe ich es allerdings wirklich geschafft diesen Anteil zu sparen und natürlich auch wie bereits berichtet mein letztes restliches Geld ins Depot zu schieben. Sehr gut! Das Depot bei der Consorsbank habe ich also erstmal genutzt, weil es quasi schon da war. Allerdings gibt es einige Punkte, die ich bei der Auswahl der passenden Bank für ein Depot beachten würde. Denn ein Punkt gefällt mir nun beispielsweise nicht sonderlich gut und zwar, dass ich 0,25% Orderprovision auf meinen Sparbetrag zahlen müsste. So belasse ich es also bei diesem Depot zunächst beim Rebalancing nach einem Jahr.

    Aus diesem Grund haben mein Mann und ich ein weiteres Depot bei onvista eröffnet. Dort sind bereits Sparbeträge ab 50€ pro Monat möglich ohne zusätzliche Orderprovisionen dafür zu zahlen. Dort werden wir jetzt größere Beträge in ETFs investieren plus die geplante monatliche Sparsumme.

    Meine Kontostruktur

    Also meine Kontostruktur sieht demnach folgendermaßen aus:

    • ein Girokonto bei einer Direktbank ohne zusätzliche Kosten
    • ein Tagesgeldkonto, das dort automatisch zusätzlich eingerichtet wurde, auf das mein risikoloser Anteil meines Portfolios wandert
    • ein “altes” Depot, mit dem ich meine ersten Versuche gestartet habe, mit dem ich jetzt bis auf das Rebalancing nichts weiter machen werde, da meine ETFs dort nicht kostenlos sparplanfähig sind
    • Bei der gleichen Bank ein “Altes” Tagesgeldkonto, auf das früher meine Sparbeträge gewandert sind, mit dem aber nun auch nichts weiter passiert, außer das dort mein Notgroschen liegt

    Damit das bei dir nicht alles so chaotisch aussieht, wie bei mir, möchte ich dir hier einen kleinen Vorschlag machen, wie du es besser machen kannst.

    Die ideale Kontostrukutur

    • ein Girokonto auf das deine Einnahmen fließen und von dem du alle weiteren Summen verteilst
    • ein Tagesgeldkonto für deinen risikolosen Anteil deines Portfolios, ggf. kannst du diesen auch über Staatsanleihen ETFs abbilden, diesen Anteil schiebst du idealerweise zu Beginn des Monats direkt automatisch dorthin
    • Wenn du dir die Kosten für Miete, Lebensmittel, Strom, Internet,… mit jemandem teilst: ein gemeinsames Haushaltskonto, auf das du, entsprechend deines Einkommens, einen prozentualen Anteil beisteuerst
    • Ein Tagesgeldkonto, auf dem du deinen Notgroschen hast
    • Ggf. noch ein Spaßkonto auf das Beträge für Urlaube, Kino, Shopping, usw. wandern
    • Depot und Verrechnungskonto, hierhin geht dein risikobehafteter Anteil deines Sparbetrags, am betsen per Dauerauftrag voll automatisiert am Anfang des Monats

    Titelbild: Unsplash / Alvaro Pinot / 2019