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    Jan 2, 2021

    Wie kann ich meine Gewohnheiten langfristig verändern?

    Häufig denken wir, dass wir unsere Entscheidungen tatsächlich bewusst treffen, dass wir einen Einfluss auf die Dinge haben, die wir tun. Aber, warum fällt es uns denn dann so schwer diesen einen Keks nicht zu essen, dieses eine Paar Schuhe nicht mehr zu kaufen, dieses Mal nicht auf der Couch zu versacken?

    Titelbild: Unsplash / Sigmund / 2021

    Warum fällt es uns so schwer unsere Gewohnheiten zu verändern?

    Stell dir vor unser Gehirn besteht aus vielen kleinen Verknüpfungen. Diese Verknüpfungen werden um so stärker, um so öfter du etwas tust. Es entstehen kleine Trampelpfade zwischen deinen Nervenzellen und es ist für dein Gehirn nun einfacher diese eingetretenen Wege zu benutzen, als eine neue Richtung einzuschlagen. Wenn du also beispielsweise, immer, wenn du traurig bist, wenn dir langweilig ist, gerade neues Gehalt bekommen hast, du Neuheiten in einem Newsletter entdeckst, gerade ein großer Sale angekündigt wurde oder, wenn du dich belohnen willst oder oder oder, du eine Bestellung bei zalando machst oder in den nächsten H&M Store gehst, um einen neuen Pulli, ein neues Paar Schuhe oder ein Kleid zu kaufen, dann ist das ein fester Trampelpfad in deinem Gehirn. Du hast das bereits so oft getan, dass es für dich einfacher ist es genauso wieder zu tun, als es nicht zu tun.

    Funktionierende Trampelpfade werden als positiv abgespeichert

    Um so stärker diese Verknüpfungen in deinem Gehirn ausgeprägt sind, um so mehr Neurotransmitter, also chemische Botenstoffe werden ausgesendet und um so mehr Neuropeptide, also Informationen werden an deine Zellen weitergegeben. Also dein Gehirn bekommt von außen den Reiz Sale und wandert dann den Trampelpfad hinzu Impuls einkaufen. Diese Information wird dann an deine Drüsen, die für die Hormonausschüttung zuständig sind, gesendet. Unsere Hormone sind dafür verantwortlich, wie wir uns fühlen. Du spürst also nun ein Kribbeln in deinem Körper, du bist aufgeregt. Beim Gedanken an den Sale und, was du dir dabei alles kaufen kannst,  werden also unzählige kleine Hormone gefeuert, die dich Glück empfinden lassen. Da dein Gehirn gelernt hast, dass du mit diesem Trampelpfad gut überleben kannst, hat ja zuvor auch immer super geklappt, wird diese Gewohnheit als positiv abgespeichert.

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    Titelbild: Unsplash / Ugne Vasyliute / 2021

    Warum fühlt es sich schlecht an, meine Gewohnheiten zu verändern?

    Dein Gehirn und deine Zellen haben sich bereits so daran gewöhnt und schütten dann immer wieder einen bestimmten Hormoncocktail (Serotonin, Dopamin > Glückshormone) aus, wenn du genau das tust und wollen immer mehr davon beziehungsweise auf gar keinen Fall von diesem erlernten, funktionierenden Prozess abweichen. Wenn du deinem Körper nun versuchst diesen Glückshormoncocktail vorzuenthalten, indem du nicht shoppst, findet dein Körper das prinzipiell erstmal super kacke. Deine Zellen erhalten nun die Information anstatt einzukaufen, wird jetzt beispielsweise meditiert und können nun mit dieser neuen Information gar nichts anfangen, weil sie es gewohnt sind, dass du ja bei Stress sonst einkaufen gehst und der Hormoncocktail bleibt aus. Das ist der Moment, in dem die neue, ungewohnte Handlung ein unangenehmes Gefühl hervorruft. Es fühlt sich für dich einfach nicht richtig an und du fragst dich, ob du nicht doch noch das eine Kleid kaufen kannst. Nur noch das eine? Du weißt zwar, dass es nicht richtig ist, noch dieses eine Kleid zu kaufen, aber deine Zellen wollen eben genau den zuvor eingeprägten Chemiecocktail haben und senden nun die Info an das Gehirn: Eyy das fühlt sich echt mies an gerade, voll nicht gut, das kann nicht richtig sein hier! Dein Gehirn sucht dann nach Gründen, warum sich das nun schlecht anfühlt und versucht dich doch in deine alten Muster zu drängen, die sich für deine Zellen ja viel besser anfühlen.



    Du musst mit deinem Bewusstsein gegen deinen Körper antreten

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    Titelbild: Unsplash / Stillness InMotion / 2021

    So musst du mit deinem Bewusstsein gegen die biochemischen Prozesse in deinem Körper ankämpfen und das ist wirklich hart, denn dein Körper ist unglaublich stark. Ich weiß, wie schwer das ist und auch ich muss immer wieder dagegen ankämpfen. Du musst deinen Geist stärker sein lassen, als deinen Körper. Wenn du deine Gewohnheiten verändern willst, dann sind dein Körper und dein Geist für einen gewissen Zeitraum in einer Disharmonie. Beide wollen etwas anderes. Dein Bewusstsein möchte nicht mehr einkaufen, weil du endlich sparen möchtest, aber dein Unterbewusstsein möchte gerne in die alten Gewohnheiten, weil einkaufen sich doch einfach so unendlich gut anfühlt. An diesem Punkt darfst du nicht aufgeben!!! Es ist nur ein kurzes Gefühl, dass du mit deinem Bewusstsein überwinden musst. Ja es fühlt sich kurz unangenehm an, aber du schaffst das!!!!

    Was kann ich tun, um meine Gewohnheiten zu verändern?

    Im Leben gibt es zwei Hauptmotivationen: Freude erfahren oder Schmerz vermeiden. Also muss der Schmerz jetzt diese eine Bestellung aufzugeben, dieses eine Kleid zu kaufen, das Ausgeben genau dieses Geldbetrages größer sein, als es nicht zu tun. Und im Gegenzug dazu,  muss dir das Sparen, die Freude daran das Geld zu behalten, größeres Glück bescheren. Die Nachteile beim Geldausgeben sind für dich also viiiiel größer, als es nicht zu tun. Verknüpfe unendliche Vorteile damit, wenn du sparst. Dein neues Mantra lautet: Kurzfristiger Verzicht für langfristigen Erfolg. Du musst diesem kurzfristigen Impuls widerstehen, um an deinem langfristigen Ziel zu arbeiten (finanzielle Freiheit, Vermögensaufbau, Rentenlücke schließen usw.).

    Schreibe dir dafür drei konkrete Schritte auf, was du jetzt , JETZT tun kannst, um diesem Ziel näher zu kommen, zum Beispiel:

    • Schritt 1: mein Buch lesen
    • Schritt 2: ein Depot eröffnen
    • Schritt 3: einen Dauerauftrag einrichten

    Notiere dann welche Nachteile, es mit sich bringen würde, wenn du das alles nicht machst? Altersarmut, unterschwelligen Druck spüren, dass auf dem Konto nie genug Geld ist, immer von deinem Job abhängig sein, im Alter deinen Lebensstandard nicht halten zu können, Angst deinen Arbeitsplatz zu verlieren usw. Nutze deinen Schmerz, deine Emotionen, um das zu bekommen, was du haben willst.

    Erste Hilfe Set, um Gewohnheiten zu verändern

    • Sei dir dessen bewusst, dass es ein biochemisches Verlangen deiner Zellen ist, einzukaufen
    • Lade das nicht einkaufen / sparen positiver auf, als die alte Gewohnheit
    • Denke von Schritt zu Schritt zu Schritt
    • Mache dir die Veränderung so leicht wie möglich
    • Du musst deinen Körper umprogrammieren
    • Sei mental stärker, als dein Körper
    • Gehe durch den Veränderungsschmerz und bringe deinen Geist dann wieder in Harmonie mit deinem Körper
    • Stärke deine mentale Kraft und nimm dann deinen Körper mit

     

    Ja Veränderung tut kurzfristig weh, aber du bist stärker, als die Trampelpfade in deinem Unterbewusstsein.

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