Was ist Inflation und wie beeinflusst diese meinen Vermögensaufbau?

    Was ist Inflation und wie beeinflusst diese meinen Vermögensaufbau?

    Für mich ist das Anlegen und Investieren in ETFs vor allem ja ein großer Anreiz, um mein Geld nicht weiter sinnlos für Klamotten zu verpulvern. Es gibt jedoch auch einen ganz entscheidenden anderen Grund, warum ETFs eine ziemlich schlaue Wahl sind. Dieser Grund heißt, Trommelwirbel bitte,: INFLATION! Was sich genau dahinter verbirgt und warum dieser Faktor so entscheidend für deinen Vermögensaufbau ist, will ich dir hier kurz erklären.

      Titelbild: Unsplash / Jp Valery/ 2019

      Was ist Inflation?

      Inflation bedeutet erstmal nichts weiter, als du Produkte in Zukunft nicht mehr für den gleichen Preis erhältst, wie das heute der Fall ist. Ganz einfach ausgedrückt: dein Geld ist weniger wert. Hast du also beispielsweise einen Warenkorb mit 10 Produkten und bezahlst für diesen heute 250 EUR, so kann der gleiche Korb in 5 Jahren schon 260 EUR kosten.

      Wie entsteht Inflation?

      Die Preiserhöhung und gleichzeitige Entwertung deines Geldes kann zwei Ursachen haben:

      • Nachfrageinflation
      • Angebotsinflation.

      Bei einer Nachfrageinflation ist die derzeitige Nachfrage höher als das Angebot. Aufgrund der geringeren Verfügbarkeit sind Unternehmen nun in der Lage die Preise für die jeweiligen Produkte zu erhöhen.

      Bei der Angebotsinflation basieren die Preiserhöhungen meist auf einer Steigerung der Kosten im Produktionsprozess. Dazu gehören beispielsweise höhere Löhne oder gestiegene Materialkosten.

      Durch die steigenden Preise kann sich ein Teufelskreis entwickeln. Damit sich die Beschäftigten weiterhin ihren gewohnten Lebensstandard leisten können, müssen diese höhere Löhne verlangen. Diese höheren Löhne resultieren dann wieder in höheren Produktpreisen. Willkommen in der Inflationsspirale.

      Eine der bekanntesten und dramatischsten Geschehnisse dieser Art, ist wohl die Hyperinflation von 1923. Nicht nur, dass der Krieg Unmengen an Geld verschlungen hatte, so stand Deutschland auch noch mit Kriegsanleihen seinen Bürgern und als Verlierer mit Reparationszahlungen anderen Staaten gegenüber, ziemlich in der Kreide. So wurde die Druckmaschine angeworfen und unzählige neue Geldscheine produziert.

      Bild: Pixabay / 2019

      Die Sache hatte nur den einen Haken: es gab zu diesem Geld keinen materiellen Gegenwert. Die Löhne explodierten und so auch die Preise. So entsprach Ende 1923 ein Dollar etwa 4,21 Billionen Reichsmark und für einen Liter Milch zahlte man schlappe 360 Milliarden Reichsmark. Das Ende vom Lied: die zuvor erworbenen Kriegsanleihen und mühsam angesparte Vermögen waren auf einen Schlag nichts mehr wert. Die Bevölkerung musste die immensen Kosten tragen, die der Krieg heraufbeschworen hat. Einzig die Schuldner, allen voran der Staat selbst, profitierten von der Geldentwertung, denn so konnten große Beträge plötzlich spielend leicht mit dem massig vorhandenen Papier beglichen werden. Nur eine neue Währung und eine veränderte politische Richtung konnten dazu beitragen, dass sich die Wirtschaft langsam wieder erholte.

      Was ist Deflation?

      Bei der Deflation verhält es sich genau umgekehrt. Die Preise sinken und du bekommst nun gemessen an deinem Warenkorb die gleichen Produkte, nur für geringere Kosten. Das klingt an sich ja erstmal ganz nett, jedoch resultiert eine Deflation aus einer geringeren Nachfrage. Das bedeutet die Unternehmen produzieren weniger, machen weniger Umsätze und müssen Arbeitskräfte entlassen. Eine Wirtschaftskrise mit hoher Arbeitslosigkeit kann die Folge sein.

      Aus diesem Grund ist eine leichte Inflation eher positiv zu bewerten. Derzeit streben die Zentralbanken eine jährliche Inflation von 2% an. Durch die Preissteigerung wird mehr Geld in Umlauf gebracht. Im Jahr 2018 lag die Inflationsrate in Deutschland bei 1,8%. In den Jahren davor war diese bedeutend geringer. Die EZB kann mittels Zinspolitik eine Inflation wesentlich leichter händeln als eine Deflation. Durch ihre Niedrig-Zinspolitik wird die Vergabe von Krediten erleichtert. Dadurch wird der Geldumlauf erhöht und die Inflationsrate gesenkt. Um einer Deflation entgegenzuwirken, müssten die Zinsen angehoben werden. Es ist also einfacher die Zinsen anzuheben, denn bei 0% ist eine Grenze erreicht, unter der dieses Instrument nicht weiter wirken kann.

      Was bedeutet die derzeitige Situation für Sparer?

      Wir Deutschen sind ja nicht gerade für unsere Risikobereitschaft bekannt. Daher neigen nach wie vor viele Bundesbürger dazu ihr Vermögen möglichst sicher und liquide zu investieren. Das Sparbuch ist tatsächlich immer noch eines der beliebtesten Anlageprodukte. Warum ist das so? Viele Deutsche sind leider noch dem Glauben verfallen, dass ein Sparbuch 2% – 3% Zinsen einbringt. Bei der derzeitigen Zinspolitik bekommt man bei der Sparkasse für ein Sparbuch gerade mal 0,01% – 0,02% Zinsen und jetzt denken wir nochmal an die derzeitige Inflation von 1,6% (Stand: Februar 2019). An dieser Stelle kristallisiert sich ziemlich schnell heraus, warum ETFs hier die bessere Wahl sind. Wenn du dir bisher noch unsicher warst, ob Börse das Richtige für dich ist, solltest du dir überlegen, ob es wirklich besser wäre, dein Geld langsam aber sicher von der Inflation auffressen zu lassen. Bestimme selbst für dich welche Variante das höhere Risiko darstellt.  

      Bild: Unsplash / Jp Valery / 2019