Shoppingwahnsinn zum Black Friday

    Morgen ist es wieder soweit. Der Black Friday startet. Eine Rabattschlacht, die zum hemmungslosen shoppen einlädt. Mittlerweile beginnt der “Black Friday” in den meisten Shops am Montag vorher und hat sich bereits zu einer Black Week ausgedehnt, die dann (hoffentlich) mit dem Cyber Monday ihren Abschluss findet. 

    Dieser Abschnitt stellt nicht nur die konsumstärkste Zeit des Jahres dar, sondern läutet gleichzeitig das Weihnachtsgeschäft ein.

    Rabattaktionen

    Laut der neuesten Studie der Bitkom reagieren 77% der Online-Shopper besonders auf den Preis. In der Altersgruppe der 16 -29 Jährigen sind es 81%. Daher haben die unzähligen Angebote des “Black Fridays” eine durchschlagende Wirkung auf den Konsum. Bei meinem Bericht über meinen Rückfall, hatte ich ja bereits geschrieben, dass auch bei mir die beiden Faktoren Rabatt (in Form der Glamour Shopping Week) und Soziale Medien (besonders Influencer auf Instagram) entscheidend bei meinem Kaufverhalten waren. Die Ergebnisse der Studie zeichnet ein ähnliches Bild. So sind für 44% der 16-29 Jährigen Rabattaktionen ein ausschlaggebendes Kaufkriterium.

    [Quelle: https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Online-Shopper-achten-Rabatte-fordern-mehr-Umweltschutz]

    für 44% der 16-29 Jährigen ist eine Rabattaktion ein ausschlaggebendes Kaufkriterium

    Titelbild: Pixabay /  ElisaRiva / 2019

    Werbung von Influencern

    Zudem ergab eine aktuelle Studie der Media Elements Group, dass mehr als ein Drittel der Studienteilnehmer den Social-Media-Multiplikatoren vollstes Vertrauen schenken. Anders als bei klassischer Werbung, wird der Produkthinweis der Influencer nicht als störend empfunden. Ganz im Gegenteil nach den Empfehlungen von Freunden und Familie stellen die Vorschläge der Influencer sogar das wichtigste Kaufkriterium dar.  

    [Quelle: https://www.wuv.de/marketing/die_bedeutung_von_influencern_nimmt_zu?xing_share=news]

    25% der Befragten sagen eine Empfehlung eines Influencers ist so viel wert, wie die eines Freundes oder Familienmitgliedes

    Umwelteinflüsse des Online-Shoppings

    22%, der in der Studie befragten Frauen gaben an, dass sie manchmal oder auch regelmäßig Bestellungen tätigen, bei denen sie im Vorhinein schon wissen, dass sie davon etwas zurücksenden werden. Und ganz ehrlich dieses Verhalten kenne ich auch von mir selbst. Zum einen, wenn es darum geht, dass man sich bei der Größe nicht ganz sicher ist. Zum anderen habe oft große Bestellungen aufgegeben, bei denen ich von vornherein davon ausgegangen bin, dass ich davon nicht alles behalten werde. Allein aus dem Grund, da ich es mir nicht hätte leisten können. Da die meisten Shops keine zusätzlichen Versandkosten erheben, wird einem die Entscheidung über eine Bestellung mehr oder weniger noch erleichtert. “Falls ich es doch nicht behalten will, schicke ich es eben zurück. Kostet ja nichts.” Jedoch ist diese Annahme zu kurz gedacht.

    „Es entstehen Gesamtkosten in Höhe von schätzungsweise 5,46 Milliarden Euro, die einerseits die Kunden durch höhere Marktpreise tragen, andererseits die Margen der E-Commerce-Händler belasten“, erklärte Björn Asdecker von der Forschungsgruppe Retourenmanagement. 

    Bei meinem Rückfall Anfang Oktober, als ich 13 Pakete nach Hause geliefert bekommen habe, habe ich auch genauso viele wieder zurückgeschickt. Ich habe zwar einige Teile behalten, allerdings immer nur etwa eins oder zwei aus jedem Päckchen oder habe das Paket eins zu eins, wie ich es bekommen habe, wieder zurückgesendet. Insgesamt gingen 75% der Waren wieder zurück an den Versender. 

    Für 2018 wurde ermittelt, dass allein in Deutschland 280 Millionen Pakete und damit 487 Millionen Artikel wieder zurückgeschickt wurden. Das bedeutet, dass letztes Jahr jedes sechste Paket wieder die Rückreise angetreten hat. Dabei beläuft sich der entstandene CO2-Verbrauch auf geschätzt 238.000 Tonnen. Das sind etwa 85.000 Flüge von Berlin nach Canberra.

    [Quelle: https://germany.myclimate.org/de/flight_calculators/new

    11% aller im Internet bestellten Waren werden wieder zurückgeschickt

    Eine Retourensendung verursache im Durchschnitt Kosten von etwa 19,51 EUR. Etwa die Hälfte davon fällt für den Transport an. Die andere Hälfte, um die Retour zu sichten und weiterzuverarbeiten. Und da kommen wir auch schon zum Knackpunkt. Häufig lohnt sich der Kostenaufwand nicht, die Produkte erneut zu begutachten und für den Wiederverkauf aufzubereiten. Für den Händler ist es dann wirtschaftlicher die Waren direkt zu vernichten. Produkte, die aus hygienischen Gründen nicht definitiv nicht wiederverkauft werden, sind beispielsweise Matratzen. Schätzungen zufolge soll die Vernichtung von retournierten Waren bei etwa 4% liegen. Das wären bei unseren 280 Millionen Paketen dann elf Millionen Pakete für die Schrottpresse.

    [Quelle: https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/amazon-zalando-otto-die-retouren-republik-deutschland-a-1271975.html]

    Dazu wurde bereits im Sommer 2018 berichtet, dass beispielsweise Amazon Retouren im großen Stil vernichtet. Schon damals wurde von Greenpeace ein “gesetzliches Verschwendungs- und Vernichtungsverbot für neuwertige und gebrauchsfähige Ware” gefordert.

    [Quelle: https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/amazon-vernichtet-neuwertige-waren-in-grossem-stil-a-1211876.html]

    4% aller retorunierten Waren wird vernichtet

    Im Sommer diesen Jahres wurden die Stimmen zu einem entsprechenden Gesetzesentwurf wieder lauter. Die Grünen haben erneut ein Verbot für die Vernichtung zurückgesendeter Artikel gefordert. Dieser Vorschlag stieß bei den Versandhändlern auf starke Gegenwehr. So würden bereits jetzt 92% der waren weiterverkauft, anderweitig verwertet und ein Prozent der retournierten Produkte gespendet. 

    Nichtsdestotrotz hat unser derzeitiges Konsumverhalten erhebliche Folgen. Ich finde vor allem im Zusammenhang mit dem Black Friday und dem bevorstehenden Weihnachtsgeschäft sollten wir uns alle nochmal genau überlegen, was wollen wir schenken, was davon bestellen wir online und müssen die bestellten Produkte dann auch noch retourniert werden. Ich halte es dieses Weihnachten wie jedes Jahr. Freunde und Familie bekommen selbstgebackene Plätzchen.