Meine erste Renteninformation

    Vor ein paar Wochen war es dann soweit: ich habe meine erste Renteninformation erhalten. Wie diese ausgefallen ist und warum mich das nicht mehr beunruhigt, erzähle ich dir hier.

    Was ist eine Renteninformation?

    Wer älter als 27 Jahre ist und mehr als fünf Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat, bekommt jedes Jahr eine sogenannte Renteninformation. Bei mir war es letzten Monat dann soweit und ich erhielt meinen ersten Brief von der Deutschen Rentenversicherung. Darin wird man darüber informiert, wie hoch die gesetzliche Rente zum regulären Rentenbeginn mit 67 Jahren ausfallen würde. Zudem kann man einsehen wie der bisher erwirtschaftete Rentenanspruch ausfallen würde. Also wie hoch die Rente ausfallen würde, wenn man sie ab nächsten Monat beziehen würde. Auch den aktuellen Stand für die Erwerbsminderungsrente (nur für den Fall) findet sich in der Renteninformation. 

    Was beinhaltet die Renteninformation?

    Wie gerade schon kurz angerissen, finden sich in der Renteninformation, die wichtigsten Angaben zur gesetzlichen Rente. Auf diese Punkte möchte ich jetzt noch mal ein bisschen genauer eingehen.

    1. Regelaltersrente

    Direkt im ersten Absatz des Schreibens findet man ein fettgedrucktes Datum. Das ist der Termin, an dem man ohne Abschläge in Rente gehen könnte. Also zumindest nach dem jetzigen Standpunkt. Für die meisten von uns sollte die Regelaltersrente einen Monat nach dem 67. Geburtstag in Kraft treten. Möchte man bereits vor dem genannten Termin in Rente gehen, muss man natürlich mit Abschlägen rechnen. 

    Derzeit ist es so, dass man frühestens mit 63 Jahren in Rente gehen kann. Dazu muss man jedoch mindestens 35 Jahre lang Beiträge in die Rentenversicherung gezahlt haben. Bestimmte Pausen ohne Beitragszahlungen kann man anrechnen lassen, zum Beispiel, für Arbeitslosigkeit oder Kindererziehung.

    2. Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge:

    Bei den Beträgen, die man nun in der Renteninformation vor sich sieht, gilt es jedoch noch einiges zu beachten. Denn es handelt sich bei den angegeben Beträgen um Bruttowerte. Von der etwaigen Rente sind noch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge abzuziehen.

    Derzeit liegt der Anteil für die Krankenversicherung 14,6%.Der Beitrag zur Pflegeversicherung beträgt zwischen 3,05% und 3,3%.  [Quelle: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/beitraege-und-tarife.html]  

    3. Steuern

    Neben den Beiträgen für die Kranken- und Pflegeversicherung kommen auch noch die Steuern hinzu. In welcher Höhe diese Steuern ausfallen hängt davon ab, zu welchem Zeitpunkt man in Rente geht. Derzeit sind 78 Prozent der Rente steuerpflichtig. Auf die restlichen 22 Prozent müssen keine Steuern gezahlt werden. 

    Ab 2040 (was also bei mir der Fall wäre) muss die Rente zu 100% versteuert werden. Das bedeutet, dass der Freibetrag komplett entfällt. Bis dahin wird sie schrittweise angehoben.

    Momentan liegt der Grundfreibetrag für Alleinstehende bei 9.168 Euro und für Verheiratete bei 18.336 Euro. Das bedeutet, dass die Steuer erst ab dem Grundfreibetrag berechnet wird. Bekommt man weniger als den Grundfreibetrag, muss man keine Steuern zahlen.

    4. Künftige Regelaltersrente

    Wie bereits kurz beschrieben, finden sich zur künftigen Regelaltersrente zwei Beträge. Der obere Betrag gibt an, wie hoch die Regelaltersrente ausfallen würde, wenn man ab sofort nicht mehr in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen würden. Der untere Betrag gibt an, wie hoch die Regelaltersrente wäre, wenn die bis zum regulären Renteneintritt, also mit voraussichtlich 67 Jahren, Einzahlungen weiterhin dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre entsprächen.

    5. Rentenanpassung

    Die Angaben, die in der Renteninformation gemacht werden, beziehen sich auf einen Zeitpunkt, der noch weit in der Zukunft liegt. Wir sollten uns alle stets darüber im Klaren sein, dass wohl keiner von uns genau sagen kann, wie diese Rentengeschichte in 30, 40 oder 50 Jahren mal ausgehen wird. Niemand kann also mit Sicherheit vorhersagen, ob der Staat in der Zwischenzeit die Renten erhöht oder senkt. Im Abschnitt zur Rentenanpassung findet man jedoch Zahlen für den unwahrscheinlichen Fall, wie sich die Rente verändern würde, wenn sie jährlich um ein oder beziehungsweise um zwei Prozent steigen würde.

    6. Kaufkraftverlust

    Mit dem Kaufkraftverlust ist schlichtweg die Inflation gemeint, die wir mit in unsere Kalkulationen mit einbeziehen müssen. Denn die rechnet die Deutsche Rentenversicherung hier nicht für uns mit ein. Derzeit liegt die Inflation bei 1,2% (September 2019) und für das gesamte Jahr 2018 bei 1,8%. Das bedeutet, dass unser Geld mit der Zeit immer weiter an Wert verliert. Das, was wir uns heute noch für 100 EUR kaufen können, würde in einem Jahr schon etwa 102 EUR kosten. Stellt man sich das nun auf einen Zeitraum von noch 40 Jahren mit einer jährlichen Inflationsrate von 2% vor, so müssten wir anstatt der 100 EUR schon 220 EUR auf den Tisch legen. Oder anders ausgedrückt unsere heutigen 100 EUR hätten noch eine Kaufkraft von 45 EUR. Die Renteninformation weist lediglich auf diesen Umstand hin.

    7. Zusätzlicher Vorsorgebedarf

    Jetzt kommen wir zu einem der spannendsten Teile der Renteninformation: dem Absatz zum zusätzlichen Vorsorgebedarf. Die Deutsche Rentenversicherung weist in ihrem Schreiben also aktiv darauf hin, dass deine Rente definitiv geringer, als dein derzeitiger Lohn ausfallen wird. Daher “wird eine zusätzliche Absicherung für das Alter wichtiger”. Ich würde die Situation etwas ernster sehen, als sie hier beschrieben wird und das Wort “wichtiger” eher durch “unabdingbar” ersetzen. Die Differenz zwischen deinem jetzigen EInkommen und deiner zukünftigen Rente ist die sogenannte „Versorgungslücke“. 

    Was ist eine Versorgungslücke?

    In welcher Höhe deine zukünftige gesetzliche Rente ausfallen wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch niemand genau vorhersagen. Eines ist jedoch sicher, sie wird nicht deinem heutigen Einkommen entsprechen. Die Differenz zwischen den beiden Beiträgen wird als Versorgungslücke allgemeinhin auch als Rentenlücke bezeichnet.

    Mit den Angaben in der Renteninformation wird dem Versicherten die Möglichkeit geboten, selbst die Planung für eine zusätzliche private und betrieblichen Altersvorsorge in die Hand zu nehmen. In den meisten Fällen ist das auch bitter notwendig. 

    Wie kann ich diese Lücke minimieren?

    In der Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung wird darauf hingewiesen, dass “eine zusätzliche Absicherung für das Alter wichtiger” wird. Was jedoch allen bewusst sein sollte, eine private Absicherung ist nicht nur wichtig, sondern, vor allem für uns Frauen, größtenteils unumgänglich. Warum für uns Frauen? Teilzeit und niedrigere Gehälter, im Vergleich zu unseren männlichen Kollegen, machen auch heute noch einen grundlegenden Einkommensunterschied aus. Möchte frau auch im Alter noch ihren derzeitigen Lebensstandard halten, ohne sich dabei von anderen Personen abhängig zu machen, gilt es nun vorzusorgen.

    An dieser Stelle kommen unsere ETFs ins Spiel. Die indexbasierten Fonds bieten eine gute Möglichkeit eigenständig privat für das Alter vorzusorgen. Ein langer Anlagehorizont und die, wie ich finde, einfache Handhabung machen diese Anlageform, für mich persönlich, besonders attraktiv. Für mich steht schon seit langem fest, dass ich mich nicht auf die staatliche Rente verlassen kann und werde. Auch, wenn es natürlich keine Garantie für die Zukunft gibt, bin ich froh, dass ich mich rechtzeitig mit meinen Finanzen auseinandergesetzt und mich um eine Alternative gekümmert habe. So falle ich im Alter nicht aus allen Wolken, wenn ich meinen Rentenbescheid bekomme. Deshalb kann ich dir auch nur ans Herz legen, dich einmal mit dem Thema zu beschäftigen. Wenn du das einmal getan hast, weißt du wo du stehst und kannst dich auf die meisten Eventualitäten vorbereiten. Der beste Zeitpunkt sich um seine Finanzen zu kümmern ist JETZT!      

    Alles, was du zu ETFs wissen musst, findest du auf diesem Blog. Wenn du noch nicht weißt was ein ETF ist, dann starte gern hier

    Möchtest du direkt durchstarten, aber ohne dabei von Fachchinesisch erschlagen zu werden, kann ich dir mein Buch empfehlen.