Bestimmen deine Bedürfnisse dein Kaufverhalten?

    Wir haben ständig irgendein Bedürfnis, das befriedigt werden will. Sind Hunger und der Wunsch nach Schlaf gestillt, gibt es immer wieder etwas neues, nach dem wir streben. Wie genau diese Bedürfnisse deine Entscheidungen beeinflussen und wie du damit umgehen kannst, darum soll es in diesem Beitrag gehen.  

    Die Maslowsche Bedürfnispyramide

    Jeder von uns hat Bedürfnisse. Geht man dabei nach der fünfstufigen Maslowschen Bedürfnispyramide beginnen diese bei den physiologischen Grundbedürfnissen, wie schlafen und essen und erstrecken sich bis hin zum Bedürfnis der Selbstverwirklichung. 

    Bei den ersten vier Stufen der Pyramide handelt es sich um Defizibedürfnisse. Diese sollten erfüllt werde, da dies sonst negative physische und seelische Folgen nach sich ziehen kann. Die Selbstverwirklichung, also die fünfte Stufe der Pyramide kann nie gänzlich erfüllt werden. Diese Ebene wird auch als Wachstumsbedürfnis bezeichnet. Naturgemäß strebt alles (auch in dir) nach Weiterentwicklung. 

    Nur, wenn die Bedürfnisse der unteren Ebene erfüllt sind, kann man sich um die Ansprüche des nächst höher gelegenen Levels kümmern. Die meisten von uns haben das Glück die Erfüllung unserer Wünsche in allen Bereichen der Pyramide zu finden. Nichtsdestotrotz haben wir stets das Gefühl, uns würde es fehlen. Wir streben nach mehr. Mehr Anerkennung, mehr Macht, mehr Geld, mehr materieller Wohlstand, mehr Wissen, mehr Fähigkeiten, …

    Die Frage ist: Wodurch versuchen wir dieses “Mehr” zu erlangen?

    Welches Bedürfnis versuchen wir durch beispielsweise eine teure Reise, das neue iPhone, das extravagante Kleid oder ein schnelles Auto zu befriedigen? Ich finde diese Frage ist gar nicht immer so leicht zu beantworten. Möchte ich Beachtung, Bewunderung, als eine bestimmte Art von Person wahrgenommen werden? Auch, wenn sich die Antwort auf diese Frage nicht immer sofort offenbart, ist es umso besser sie sich regelmäßig zustellen. Warum tue ich, was ich gerade tue und fehlt mir momentan etwas? Könnte ich dieses Bedürfnis, das ich habe, auch anders erfüllen? Aus diesem Grund solltest du stets deine Bedürfnisse im Blick behalten.

    Titelbild: Unsplash / Milan Popovic / 2019

    Was sind Bedürfnisse?

    Ein Bedürfnis entsteht daraus, dass du das Gefühl hast, dass sich in deinem Leben ein Mangel einstellt. Hast du zum Beispiel zehn Stunden am Stück gearbeitet, stellt sich schnell das Bedürfnis nach einer Entspannungsphase ein. Andere Bedürfnisse könnten sein:

    • Sicherheit
    • Aufmerksamkeit
    • Anerkennung
    • Aktivität
    • Ruhe
    • Freiheit
    • Familie
    • Genuss
    • Kreativität 

    Und natürlich noch viele mehr. Selbstverständlich werden uns unsere (vermeintlichen) Bedürfnisse nicht nur durch Werbung und Influencer eingeimpft, sondern haben auch eine essenzielle Bedeutung. Nicht nur, dass der Wunsch nach Nahrung, Wasser und sozialen Kontakten dein Überleben sichern soll, sondern die Erfüllung deiner Bedürfnisse macht dich auch gleichzeitig zufriedener und glücklicher. Dadurch hast du die Zeit und Energie dein Leben aktiv zu gestalten und dich weiterzuentwickeln. Daher ist es sehr wichtig, dass du darauf achtest, welche deiner Bedürfnisse gerade erfüllt sind und um welche du dich mal wieder kümmern müsstest.

    Das Konzept der Bedürfnistöpfe

    Manchmal ist es gar nicht so einfach alle seine Bedürfnisse zu kennen und zu benennen, was einem gerade fehlt. Als Hilfestellung gibt es das Konzept der Bedürfnistöpfe. Dafür stellst du dir einfach für jedes deiner Bedürfnisse einen Behälter vor. Je nachdem wie sehr das jeweilige Bedürfnis befriedigt ist, so voll ist auch der entsprechende Topf. 

    Beispiel:

    Hobby

    Arbeit

    Kreativität

    Du entscheidest, wie deine Bedürfnistöpfe benannt werden sollen. Nur du selbst kannst das für dich festlegen. Wichtig ist nur, dass du genau weißt, was sich hinter welcher Bezeichnung verbirgt. Auch du allein entscheidest wie die Füllhöhe des jeweiligen Topfes gerade aussieht.

    Die Füllmenge der verschiedenen Bedürfnistöpfe hängt von deinen Erfahrungen und Erlebnissen im Alltag ab und kann sich dementsprechend verändern. Hattest du gerade einen sehr schönen trubeligen Familientag, sehnst du dich am Abend vielleicht nach etwas Ruhe und Entspannung oder möchtest gern allein sein.

    Familie

    Entspannung

    Allein sein

    Je voller dein Bedürfnistopf ist, um so zufriedener bist du in diesem Bereich gerade. Neigt sich einer deiner Töpfe gerade dem Ende zu, musst du aktiv werden und dich um dieses Bedürfnis kümmern. Natürlich müssen sich die Bedürfnisse nicht immer gegenseitig widersprechen. Du kannst auch einen langen, aber sehr produktiven Arbeitstag haben und dich nach Ruhe sehnen, aber gleichzeitig in beiden Situationen stets Freude empfinden. Der Freuden-Topf leert sich nicht, nur, weil du dich gerade ausruhst oder, weil du produktiv arbeitest.

    .

    Arbeit

    Ruhe

    Freude

    Du solltest auf deine Bedürfnistöpfe sowohl einen kurzfristigen als auch einen langfristigen Blick werfen. Sind einige deiner Bedürfnistöpfe nur über einige Tage geleert, ist das meist unproblematisch. Angenommen du hast gerade im Job ein großes Projekt zu stemmen, das einen größeren Arbeitseinsatz erfordert und du möchtest bei dieser Aufgabe dein bestes geben. Dann ist es quasi notwendig, dass der Wunsch nach viel Entspannung und sehr umfangreicher Familienzeit erstmal hinten anstehen muss. Hält dieser Zustand aber beispielsweise über mehrere Monate an, besteht Handlungsbedarf. Denn das wird dich auf Dauer eher unzufrieden machen. 

    Die Füllmenge unserer Bedürfnistöpfe nehmen wir ganz individuell und je nach Situation unterschiedlich wahr. Wenn du gesund bist und dich tausend Dinge im Alltag beschäftigen, nimmst du deine Gesundheit als gegeben wahr. Wirst du jedoch krank, wird dir recht schnell bewusst, dass in diesem Topf etwas fehlt. 

    Deine Bedürfnisse entscheiden über dein Kaufverhalten

    Das ist besonders wichtig, wenn es darum geht Entscheidungen zu treffen. Denn dabei werden einige Bedürfnistöpfe, die komplett voll sind, gar nicht mehr wahrgenommen. Wie zum Beispiel mein Bedürfnis nach immer neuer Bekleidung beziehungsweise etwas neues zu kaufen, das ich eigentlich so oder in ähnlicher Form schon besaß. Den vollen Topf, dass ich ja schon alles habe, habe ich gar nicht mehr wahrgenommen. Der leere Topf mit dem Bedürfnis nach Abwechslung war hingegen leer und hat sich somit in den Vordergrund gedrängt.

    Bekleidung

    Neuheiten

    Nachdem ich dann den Topf für die Abwechslung wieder gefüllt hatte, sank dafür eindeutig die Füllhöhe für finanzielle Zufriedenheit. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass du auch auf die Bedürfnistöpfe achtest, die momentan gut gefüllt sind und sie entsprechend wahrnimmst. So kannst du sicherstellen, dass du alle deine Bedürfnisse in deine Entscheidung mit einbeziehst. Das finde ich besonders wichtig, wenn es darum geht, sich einen konsumorientierten Wunsch zu erfüllen. Also das nächste mal bevor du etwas kaufst, gehe im Inneren nochmal deine Bedürfnistöpfe durch und entscheide erst dann, ob du das wirklich brauchst.