10 schlechte Angewohnheiten, die deinen Finanzen schaden

    Das morgendliche Zähneputzen, das Lenken und gleichzeitig Schalten beim Autofahren, der Griff in die Süßigkeitenkiste, wenn man gestresst ist. All das sind Gewohnheiten. Anhand dieser Beispiele kannst du schon sehen, dass sie uns manchmal sehr nützlich, aber oft auch sehr hinderlich sein können. Diese Gewohnheiten schleichen sich in dein alltägliches Leben und beeinflussen so natürlich auch deine Finanzen. Welche 10 schlechten Angewohnheiten deinen Finanzen schaden können und die du tunlichst vermeiden solltest, zeige ich dir hier. Viel Spaß dabei 🙂

    Titelbild: Unsplash / Manan Chhabra / 2019

    1. Du überprüfst deine Finanzen nicht

    Dazu gehören für mich zwei Dinge. Zum einen, dass du deinen Status quo überprüfst, das heißt, wo stehst du gerade mit deinen Einkommen (vielleicht hast du mehrere), deinen Ausgaben und welche weiteren Assetklassen stehen dir zur Verfügung. Hast du vielleicht auch Schulden. Zum anderen, dass du ein Haushaltsbuch führst. Wenn du deine Einnahmen und Ausgaben noch nicht genau strukturiert hast, ist ein Haushaltsbuch das ideale Tool, um dich dabei zu unterstützen.

    2. Du investierst dein Geld nicht

    Ja, wir wären hier auch nicht bei themoneygirl, wenn ich dir nicht dazu raten würden, dass du dein Geld natürlich an der Börse anlegen sollst. Es ist toll, wenn du bereits Geld sparst, aber damit dein Geld auch wirklich etwas für dich tun kann, solltest du es nicht auf dem Sparbuch, dem Tagesgeld- oder Girokonto versauern lassen. Bei der derzeitigen Zinspolitik springt für dich dabei leider gar nichts raus. Ganz im Gegenteil du verlierst noch Geld, indem die Inflation langsam, aber stetig daran nagt.

    3. Du lässt dich leicht beeinflussen

    Das ist insofern problematisch, wenn du dir ständig auf Instagram die neuesten Taschen und Kleider der Influencer anschaust. Zumindest war ich dafür immer besonders anfällig. Natürlich gilt auch das Gleiche für den neuen BMW des Nachbarn oder die ausgedehnte Reise deiner Kollegin auf die Malediven. Schau nicht neidisch nach links und rechts und lass dich nicht von den vermeintlichen Reichtümern in deinem Umfeld beeinflussen. Es ist nicht immer alles Gold was glänzt. Konzentriere dich auf dich und vergleiche dich nur mit dir selbst. Nur so kannst du deine wahren Erfolge erkennen.

     

    4. Du schiebst deine Probleme auf das Geld

    “Ja, wenn ich auch so viel Geld hätte, wie Tante Luise, dann könnte ich ja auch mehr sparen / einen Notgroschen anlegen / an der Börse investieren oder würde mich um meine Finanzen kümmern. Aber so…” Halt Stopp! Nicht das Geld ist hier das Problem, sondern (tut mir leid, dass ich das so hart sagen muss) deine Einstellung. Du kannst all diese Dinge trotzdem tun. Ich weiß, dass es für viele Menschen sehr hart ist, das will ich auch nicht wegreden. Nichtsdestotrotz kann sich jeder mit seinen Finanzen auseinandersetzen. Und vielleicht gibt es ja doch noch das ein oder andere Einsparpotenzial. Und vielleicht ist da doch noch eine Möglichkeit sein Einkommen irgendwie zu erhöhen. Sei es durch eine Gehaltserhöhung, einen anderen Job oder durch Verkäufe auf dem Flohmarkt. Und vielleicht bleiben dann doch 25 EUR am Ende des Monats übrig, die in einen ETF fließen können. Aber für all diese Dinge kannst nur DU sorgen, nicht dein Geld und auch nicht Tante Luise.

    5. Du verhandelst nicht

    Dazu kann ich eine kleine Anekdote erzählen. Als ich nach Berlin gezogen bin, musste ich auch mein Auto ummelden. Das konnte ich direkt bei der Kfz-Stelle in der Nähe meiner Arbeitsstelle tun. So weit so einfach. Dazu gehörte natürlich auch ein neues Kennzeichen und auch neue Nummernschilder. Da das vor einer Anmeldestelle ein super lukrativer Platz ist, haben sich zig kleine Buden angehäuft, die dir direkt, während des Anmeldeprozesse, in fünf Minuten die Schilder fertig machen. Zu diesem Zweck finden sich vor diesen Buden Preisschildchen, auf denen steht, was denn zwei solche Schilder kosten sollen. 70 EUR sollten es dann sein. Da ich vorher mal kurz im Netz geschaut hatte, was den so ein Nummernschild kosten sollte, nämlich zwischen 20 und 30 EUR, schien mir diese Summe doch sehr hoch. Also, als der nette Herr mir dann sagte, wie viel es kosten sollte, meinte ich zu ihm, dass ich 25 EUR bezahlen würde. Das wich natürlich stark von seiner Preisvorstellung ab, dennoch konnten wir uns dann auf 30 EUR einigen. Damit hatte ich meine Schilder und wir beide fühlten uns nicht übermäßig übers Ohr gehauen. Manchmal sollte man nicht alles als gegeben hinnehmen, sondern sich auch mal trauen zu verhandeln. 

    Gleiches gilt selbstverständlich auch für dein Einkommen. Trau dich. Sammle Argumente zusammen, was du in den letzten sechs Monaten erreichst und umgesetzt hast, ich bin mir sicher, dass dir da einiges einfällt und frage auch deine Kollegen welche positiven Punkte sie dem hinzufügen können. Mir hat das zumindest sehr geholfen, da ich auf einige Punkte von allein gar nicht gekommen wäre. Und, wenn ich in den letzten Jahren nicht schon mehrfach über eine Gehaltserhöhung verhandelt hätte, würde ich wahrscheinlich immer noch bei meinem mickrigen Starteinkommen rumdümpeln. Also sei mutig und verhandle auch dein Gehalt.

    6. Du suchst nicht nach Rabatten

    Hiermit meine ich allerdings nicht, dass du zwei Pullis anstatt einen kaufst, weil dann der zweite um 5 EUR günstiger ist. Denn im Endeffekt hast du gerade den kompletten Preis, egal, wie hoch, für zwei Pullis ausgegeben, die du wahrscheinlich nicht mal brauchtest. Benötigst du allerdings bestimmte Dinge (ja darunter kann natürlich auch mal ein Pullover sein), dann achte wirklich darauf, dass du nach einem im Preis-Leistungs-Verhältnis günstigen Angebot schaust. Das kann das regionale und saisonale Gemüse sein, das Fahrrad, das im Februar den günstigsten Preis hat oder die Sonderaktion für Joghurt. Aber achte dabei darauf, dass du dir immer die Frage stellst: “Brauche ich das jetzt wirklich?” oder ist gerade Black Friday und du tappst die Salesfalle.

    7. Du lässt dir Geld durch die Lappen gehen

    Es gibt tatsächlich manchmal Momente im Leben, in denen dir Geld geschenkt wird.

    Kannst du dir nicht vorstellen? Ich auch nicht, fast. Deshalb möchte ich hier nur ein paar Beispiele geben. 

    • Rechne deine Steuern durch und schaue, ob es sich lohnt eine Steuererklärung zu machen
    • In einigen Städten gibt es für Studenten bei der Ummeldung Begrüßungsgeld
    • Auch für Neugeborene gibt es einigen Städten “Begrüßungsgeld”
    • Bei der Ummeldung von der Sparkasse zur comdirect habe ich 140 EUR gutgeschrieben bekommen
    • Mit dem kostenlosen Angebot (FitmitAOK) meiner Krankenkasse bekomme ich ab einem bestimmten Punktestand 200 EUR gutgeschrieben
    • Ich verkaufe regelmäßig Bücher und Bekleidung über momox, rebuy und remixshop, so kann ich aus den Dingen, die ich eh nicht mehr brauche noch etwas rausholen

    8. Du hast keine klaren Ziele

    “Ich will etwas mehr Geld sparen.” Das ist ein klassisches Beispiel für ein sehr unkonkretes Ziel. Und, wenn du kein konkretes Ziel hast, darfst du dich nicht wundern, wenn du ganz woanders landest, als vielleicht ursprünglich gedacht. Du solltest deine Ziele nach folgenden Kriterien aufstellen:

     

    S – Spezifisch: Versuche dein Ziel so genau wie möglich zu beschreiben

    M – Messbar: Bestimme qualitative und quantitative Messgrößen, anhand du später überprüfen kannst, ob du dein Ziel erreicht hast

    A – Attraktiv: Plane so, dass du dich immer motiviert fühlst dieses Ziel zu erreichen

    R – Realistisch: Das Ziel sollte innerhalb mit den, dir zur Verfügung stehenden Mitteln erreicht werden können. Bei dem Punkt realistisch scheiden sich die Geister. Ich bin ehrlich gesagt auch dafür lieber etwas höher zu pokern und meinem Unterbewusstsein damit das Signal zu geben, nach Lösung für diese anspruchsvollere Aufgabe zu suchen. Auch, wenn ich dann am Ende vielleicht nur 90% des Ziels erreicht habe, ist das immer noch mehr, als, wenn ich mir von Beginn an ein viel zu niedriges Ziel gesteckt hätte.   

    T – Terminiert: Bis wann möchtest du dieses Ziel erreichen?

    Also dein Ziel könnte nun folgendermaßen aussehen:

    Momentan spare ich 150 EUR pro Monat. Ab dem nächsten Monat möchte ich jeweils 300 EUR sparen, sodass ich innerhalb eines Jahres 3.600 EUR zusammen habe.

    9. Du bist zu ungeduldig

    Davon kann ich ein Lied singen. Ich will meistens immer alles sofort, daher konnte ich auch sonst den Wunsch nach neuen Klamotten oder einer neuen Lidschatten-Palette ganz schwer auf später verschieben. Es musste stets alles jetzt sein. Das führte jedoch häufig dazu, dass der nächste Wunsch nicht lange auf sich warten ließ. So ging das Spiel von vorne los. Mittlerweile habe ich mich, was das Aufschieben von Wünschen anbelangt schon recht gut im Griff und das ist auch notwendig. Um meine Finanzen unter Kontrolle zu haben, musste ich lernen, auf Impulskäufe zu verzichten. Zusätzlich sind ETF Sparpläne nun mal darauf ausgerichtet ein langfristiges Bedürfnis zu erfüllen. Zum Beispiel, dass ich zukünftig weniger arbeiten muss. Meine gewählte Strategie geht mit einem langen Anlagehorizont einher. Da muss man sich schon mal darauf einstellen, die nächsten 10 Jahre die Füße still zu halten. Also (leider) bewahrheitet sich auch vor allem bei deinen Finanzen der Spruch: “Geduld ist eine Tugend.”

    10. Du hast ein negatives MoneyMindset  

    “Geld stinkt.” “Geld verdirbt den Charakter.” “Geld allein macht auch nicht glücklich.” “Reiche Menschen sind Betrüger.” … Ich könnte die Liste dieser negativen Glaubenssätze zum Thema Geld endlos fortführen. Unsere Einstellung gegenüber den Dingen beeinflusst maßgeblich unsere Entscheidungen. Daher ist es wichtig, dass du stets deine Glaubenssätze überprüfst. Sei achtsam mit deinen Gedanken und ersetze gegebenenfalls negative Grundannahmen durch positive. Nur so kannst du langfristig etwas an deiner Situation ändern.